Fledermaustollwut in Vreden – Der NABU bittet um Umsicht

20 Aug, 2000

In Vreden im Kreis Borken hat es am 05. 08. 2000 einen Fall einer Erkrankung einer Fledermaus mit Tollwut gegeben. Die Fledermaus biss einen Säugling. Das Kind hat die Fledermaus offensichtlich auf dem Boden liegend gefunden und versucht, sie anzufassen.

Die Menschen in NRW sind nun natürlich verunsichert. Der NABU möchte Ihnen mit einigen Fakten zu den Tieren die Furcht vor den Fledermäusen nehmen.

Fledermäuse sind harmlose Insektenjäger, die eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. Sie vertilgen viele Schadinsekten. Sie sind die einzigen nachts fliegenden Insektenjäger und übernehmen die Aufgabe der Vögel in der Nacht.

Die Tollwut bei Fledermäusen ist äußerst selten. In NRW ist bislang erst einmal – 1996 in Aachen – eine infizierte Fledermaus gefunden worden. Die Fledermaustollwut ist nicht mit der bei Füchsen auftretenden Wildtollwut identisch, es handelt sich hierbei vielmehr um eine fledermauseigene Tollwut. Vermutlich ist aber auch die Fledermaustollwut auf den Menschen übertragbar, doch nur über Bissverletzungen.

Es besteht kein Grund zur Sorge. Es kommt nur sehr selten vor, daß Menschen mit Fledermäusen in Berührung kommen. Von fliegenden Fledermäusen und den Quartieren geht keinerlei Gefahr aus! Die Tiere gehen dem Menschen aus dem Weg.

Fledermäuse greifen niemals Menschen an! Alle Bissverletzungen beim Menschen entstanden dadurch, daß Personen hilflose Fledermäuse am Boden gefunden haben und versucht haben, die Tiere in die Hand zu nehmen.

Fledermäuse sind Wildtiere, die sich bei Angriffen verteidigen. Ein Versuch, eine Fledermaus in die Hand zu nehmen, stellt für die Tiere einen solchen Angriff dar.

Die Fledermäuse versuchen durch Beissen sich des Angreifers zu erwehren. Da die Tiere ein spitzes Insektenfressergebiß besitzen, können schmerzhafte Verletzungen entstehen.

Das Abwehrbeissen gehört zum normalen Verhalten der Tiere und weist nicht auf eine Tollwuterkrankung hin!

Die Fledermaustollwut kann zwar prinzipiell alle Fledermausarten befallen, doch scheint sich die Erkrankung fast nur auf eine Art, die Breitflügelfledermaus, zu beschränken.

Und hier sind nur sehr wenige Tiere infiziert. In NRW bislang nur zwei Individuen! Es handelt sich also nur um Einzelfälle!

Der beste Schutz ist darauf zu verzichten, aufgefundene Fledermäuse anzufassen. Sie können dann auch nicht zubeissen. Zwei weitere Fledermäuse (eine Zwergfledermaus und ein Braunes Langohr, die ebenfalls in Vreden tot aufgefunden worden sind, erwiesen sich nach der Untersuchung als nicht tollwut-infiziert

Der NABU weist darauf hin, daß Fledermäuse als besonders nützliche Tiere unter Schutz stehen. Wir möchten Sie bitten darauf zu verzichten, die Fledermäuse zu sammeln, um sie auf Tollwut untersuchen zu lassen.

Bitte zerstören Sie die Quartiere der Fledermäuse nicht. Es geht keine Gefahr von diesen wichtigen Rückzugsorten aus.

Bitte erhalten Sie den Fledermäusen weiterhin die Chance zum Überleben.

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