Graues Langohr im Kreis Wesel entdeckt!

29 Jul, 2003

15 verschiede Fledermausarten waren bislang für den Kreis Wesel sicher nachgewiesen. Im Jahr 2003 konnte dieser Liste eine weitere Art hinzugefügt werden.

Erstmals im Februar diesen Jahres und in der Folge noch mehrfach gelang die Beobachtung des Grauen Langohrs (Plecotus austriacus), einer in ganz Nordrhein-Westfalen ausgesprochen seltenen Fledermausart. Die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten gibt Vorkommen lediglich aus dem Süden des Rheinlandes und aus dem östlichen Westfalen an.

Nachdem es im benachbarten Kreis Kleve schon Funde dieser Fledermausart gegeben hatte, machten sich die Mitarbeiter der Biologischen Station innerhalb des Kreises Wesel auf die Suche nach dieser Besonderheit und landeten schon beim ersten Versuch einen Treffer: Auf dem Dach der Pfarrkirche in Marienbaum gelang die erste sichere Bestimmung dieser Art für den Kreis Wesel. Weitere Funde, unter anderem im Xantener Dom und in der evangelischen Pfarrkirche in Hamminkeln zeigen, dass die Art wesentlich weiter verbreitet ist, als bisher angenommen. In den nächsten Monaten werden weitere, mögliche Standorte untersucht.

Das Graue Langohr lebt in Mitteleuropa ausschließlich in Gebäuden. Vor allem in den großen Dachräumen von Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern könnte man sie finden. Doch gehört eine Portion Glück und viel Geduld dazu, die heimlichen Tierchen zu entdecken. Denn fast immer verbergen sie sich in engen Spalten oder winzigen Hohlräumen der großen Dächer. Dort fahnden die Fledermauskundler auch nicht an der Decke sonder untersuchen erst den Boden nach den charakteristisch geformten Kotkrümeln der Fledermäuse. Wenn diese entdeckt sind, geht der Blick nach oben, doch auch dann ist es nur selten, dass man eines der Tiere zu Gesicht bekommt.

Unklar ist bisher noch der Staus dieser Art im Kreis Wesel. Handelt es sich bei den beobachteten Tieren um einzelne Männchen oder kleine Männchengruppen, oder vielleicht sogar um Fortpflanzungsquartiere, die so genannten Wochenstuben?

Wer evtl. Informationen über diese Fledermausart hat, kann diese an Paul Schnitzler, Biologische Station Wesel, unter der Tel. Nr. 0281 / 96252-15, weitergeben.

Paul Schnitzler