Nahrung und ökologische Bedeutung
Alpen-Langohr (Plecotus alpinus) frisst brauner Bär. Foto: Dietmar Nill.

Alpen-Langohr (Plecotus alpinus) frisst brauner Bär. Foto: Dietmar Nill.

Weltweit existieren rund 950 Fledertierarten, die sich auf unterschiedlichste Weise ernähren. Es gibt Arten, die fressen Früchte, andere Nektar und Blütenpollen, die meisten ernähren sich von Insekten und einige wenige sogar von Fischen oder Fröschen und kleinen Säugetieren.

Die Anzahl dieser Spezialisten ist aber gering. So haben sich nur 3 Arten auf Wirbeltierblut spezialisiert. Die als Vampirfledermäuse bezeichneten Arten leben in Süd- und Mittelamerika.

Es sind sehr kleine Fledermäuse, in der Größe vergleichbar mit unseren heimischen Arten. Sie besitzen sehr spitze Zähne, mit denen sie die Haut von Weidetieren oder Vögeln anritzen und das austretende Blut auflecken. Der Biß ist für die Beutetiere schmerzlos und die Fledermäuse lecken nur eine geringe Blutmenge auf.

Alle 30 in Europa beheimateten Fledermausarten sind ausschließlich Insektenfresser!

Die Fledermäuse übernehmen die Aufgabe der Vögel in der Nacht, wenn sie in rasantem Jagdflug allerlei Nachtfalter, Käfer und Mücken erbeuten.

Aufgrund ihres großen Nahrungsbedarfs und ihrer Anpassung an die nächtliche Insektenjagd kommt den Fledermäusen eine große ökologische Bedeutung als Schädlingsvertilger zu.

Gäbe es keine Fledermäuse, könnten sich die nachtaktiven Insekten ungehindert vermehren, da Fledermäuse die einzigen Tiere sind, die in der Nacht fliegende Insekten erbeuten.

Jede Fledermausart bevorzugt bestimmte Insekten und besitzt eine eigene, ihr typische Art zu jagen. So vermeiden die verschiedenen Fledermausarten Konkurrenz um die Nahrung. Manche Arten jagen im freien Luftraum, andere sammeln Insekten von Blättern oder sogar vom Boden auf.

Besonders Mücken, Schnaken, Fliegen und Nachtschmetterlinge stehen auf dem Speisezettel.

Fledermäuse benötigen sehr viele Insekten (so frisst beispielsweise ein Abendsegler im Laufe eines Sommers etwa 1 kg Insekten) und jagen nur dort, wo es noch reichlich Nahrung gibt, in naturnahen und intakten Landschaften also.