Die Bechsteinfledermaus – eine Leitart für den Waldnaturschutz, Handbuch für die Praxis

Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus im europäischen Populationszentrum – Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung

Der Naturpark Rhein-Taunus hat sich zur Aufgabe gemacht, die seltene Bechsteinfledermaus als „Verantwortungsart“ in unseren Wäldern zu schützen und zu fördern. Dazu hat er ein Schutzprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz ins Leben gerufen:

„Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus
im europäischen Populationszentrum – 

Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen
zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung“

Um eine bundesweite Wirkung zu erreichen, sollen die ausgearbeiteten Empfehlungen zur forstlichen Bewirtschaftung unter Berücksichtigung der Bechsteinfledermaus auf möglichst vielen Waldflächen zur integrierten Anwendung kommen. Durch den integrativen Charakter der Empfehlungen ist ein Multiplikationseffekt möglich, der eine bundesweite Wirkung auf die Vorkommen der Bechsteinfledermaus zur Folge haben könnte.

Entwicklung eines Leitfadens für die forstwirtschaftliche Praxis:

Um die Ergebnisse des Vorhabens praxisbezogen und für die Forstwirtschaft anwendbar darzustellen, wurde ein Leitfaden mit detaillierten Angaben zu forstlichen Kennwerten und Stellgrößen für unterschiedlich beschaffene Waldausprägungen zur Förderung der Bechsteinfledermaus ausgearbeitet.

Weiterhin wird die Entwicklung eines praxisnahen Prämienkatalogs angestrebt und in den Leitfadenintegriert, um die Vergütung von Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, die über ein wirtschaftlich tragbares Maß hinausgehen.

Mehr über das Projekt und das Handbuch zum kostenlosen Download finden Sie hier:

https://www.bechsteinfledermaus.eu/

Fledermäuse und Licht: Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen in Beleuchtungsprojekten

Das Tempo, mit dem die Lichtverschmutzung zunimmt, ist größer als das globale Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung. Achtzig Prozent der Weltbevölkerung ist derzeit lichtverschmutzten Himmeln ausgesetzt, die Milchstraße ist für mehr als ein Drittel der Menschheit nicht mehr sichtbar.

Während die Umgebungsbedingungen in der Nacht sich dramatisch und schnell verändern, werden zirkadiane Rhythmen, Verhalten und Ökologie von Pflanzen und Tiere unmittelbar beeinflusst. Gleichzeitig werden die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung, verschiedener Beleuchtungsschemata und Spektren auf die Biodiversität, einschließlich Fledermäuse, derzeit nur unzureichend verstanden, wohingegen Entscheidungsträger und andere an Beleuchtungsprojekten beteiligte Parteien nur eine vage Vorstellung von erforderlichen Minderungs- und Kompensationsaktivitäten haben.

Obwohl die Fledermäuse fast ausschließlich nachtaktiv sind und extrem empfindlich auf die vielfältigen Auswirkungen der Lichtverschmutzung reagieren, werden ihre negativen Auswirkungen auf Fledermäuse neben den notwendigen Maßnahmen zum Schutz der unfragmentierten nächtlichen Landschaften dieser Tiere bei Folgeabschätzung, Planung und Umsetzung häufig außer Acht gelassen.

In diesem Band werden verfügbare Nachweise für die Wirkung von Kunstlicht in der Nacht auf die europäischen Fledermäuse zusammengestellt. Auf der Grundlage des aktuellen Wissensstands werden Lösungen vorgeschlagen, um mögliche nachteilige Auswirkungen von Beleuchtungsprojekten auf Fledermäuse und ihre funktionalen Lebensräume zu vermeiden, abzuschwächen und zu kompensieren. Wir haben auch Forschungsschwerpunkte für zukünftige Studien skizziert, die für ein tieferes Verständnis des Problems und die Bewertung der Effizienz der vorgeschlagenen Minderungsmaßnahmenerforderlich sind.

Es ist jedoch wichtig, den Erfolgsgrad der in diesem Dokument beschriebenen Minderungsstrategien zu messen und zu bestimmen, ob sie für Fledermäuse lokale und landschaftliche Vorteile bieten. Weiterhin ist es wichtig zu untersuchen, wie diese Maßnahmen verbessert werden können. Quantitative Bewertungen der Wirksamkeit von Minderungsmaßnahmen, die für die Weiterentwicklung und Verbesserung von Strategien für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sind, können nur erreicht werden, wenn strukturierte Daten von mehreren Standorten abgerufen werden.

Download: Guidelines for consideration of bats in lighting projects (PDF)
Voigt, C.C, C. Azam, J. Dekker, J. Ferguson, M. Fritze, S. Gazaryan, F. Hölker, G. Jones, N. Leader, D. Lewanzik, H.J.G.A. Limpens, F. Mathews, J. Rydell, H. Schofield, K. Spoelstra, M. Zagmajster (2018): Guidelines for consideration of bats in lighting projects. EUROBATS Publication Series No. 8. UNEP/EUROBATS Secretariat, Bonn, Germany, 62 pp.

Exemplare der Publikation sind im Internet erhältlich
EUROBATS-Sekretariat
UN-Umwelt
Campus der Vereinten Nationen
Platz der Vereinten Nationen 1
53113 Bonn, Deutschland
Tel (+49) 228 815 2421
Fax (+49) 228 815 2445
E-Mail an eurobats@eurobats.org
Web www.eurobats.org
ISBN 978-92-95058-39-2 (gedruckte Version)
ISBN 978-92-95058-40-8 (elektronische Version)

 

Methodenstandards Akustik

Endlich ist er da: Der Leitfaden für den Einsatz akustischer Methoden im Rahmen von Gutachten und wissenschaftlichen Arbeiten unter Berücksichtigung der Möglichkeiten je Art, Fragestellung und Technik.

Das Expertengremium des Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V. um Lothar Bach, Ingrid Kaipf, Henrike und Holger Körber, Falko Meyer, Christopher Paton, Volker Runkel und Bernadette Wimmer hat grundlegende Anforderungen an häufig angewandte Erfassungsmethoden
von Fledermäusen formuliert, um in einem weiteren Schritt eine bundeseinheitliche Zertifizierung
qualifizierter Gutachter zu ermöglichen.

Der Fokus liegt auf einer sinnvollen Anwendung der akustischen Methoden mit Hilfestellungen zur
Daten- und Ergebnisinterpretation, sowie klare Darstellung der Grenzen und Möglichkeiten.

Der Landesfachausschuss Fledermausschutz NRW gratuliert zu dem gelungenen Leitfaden und empfiehlt Gutachtern und Behörden diesen in der täglichen Praxis zu berücksichtigen:

Weitere Informationen und Download

 

 

Fotos für Leitfäden „Gebäudeabriss“ und „Baumfällung“ gesucht

Liebe Leute, wir brauchen Eure Unterstützung!

Wir sind vom LFA Fledermausschutz NRW dabei, Leitfäden u.a. zu den Themenbereichen „Gebäudeabriss“ und „Baumfällung“ zu erstellen. Quasi als Hilfestellung und Information für besorgte Bürger, aber auch für die zuständigen Behörden. Es soll der rechtliche Hintergrund und ein Mindestuntersuchungsumfang darin gefordert und erläutert werden.

Leider zeigt es sich zu oft, das gar nicht oder völlig unzureichend von unerfahren Leuten untersucht wird. Dabei werden oft Fledermäuse übersehen und Quartiere vernichtet. Das wollen wir mit den Leitfäden möglichst verhindern.

Diese Leitfäden sollen auf www.fledermausschutz.de zum Download angeboten werden und auch Beispiele aufzeigen. Diese natürlich gerne mit Bildern.

Würdet Ihr uns Eure Bilder zur Verfügung stellen? Natürlich mit Quellenangabe. Gerne auch kurze Berichte über negative und positive Beispiele.

Wir suchen u.a. Fotos von:

  • Fledermausquartieren (Dachböden, Dachgiebel, Fensterläden, Wandverkleidungen, Zwischendächer, Hohlräume im Mauerwerk, usw.)
  • getöteten Tieren
  • Baumquartiere
  • Gefällte Bäume mit Höhlen

Schickt uns Eure Bilder bitte an Christian Giese, per E-Mail: giese@fledermausschutz.de

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