LED-Beleuchtung kann mehr Insektenschwund verursachen als andere Lampen

In einer kürzlich in Science Advances veröffentlichten Studie untersuchten Boyes und seine Kollegen, im „Thames Valley“ in Großbritannien, wie sich Licht auf Insekten auswirkt. Sie verglichen die Anzahl der Raupen in den beleuchteten und unbeleuchteten Bereichen.

Noch bevor die Wissenschaftler die Daten eingehend analysierten, konnten Boyes und seine Co-Autoren einen großen Unterschied zwischen beleuchteten und unbeleuchteten Bereichen feststellen. In den beleuchteten Bereichen fanden sich manchmal nur halb so viele Insekten wie in den unbeleuchtete Bereichen.

Der Rückgang der Insektenpopulationen hat weltweite große Besorgnis ausgelöst, wobei künstliches Licht bei Nacht als ein potenzieller Faktor identifiziert wurde. Trotz starker Hinwesie dafür, dass Beleuchtung die Häufigkeit von Insekten verringert, sind die empirischen Beweise dafür begrenzt. Boyes und seine Kollegen fanden herraus, dass Straßenbeleuchtung die Häufigkeit von Mottenraupen im Vergleich zu unbeleuchteten Standorten stark reduzierte (47% weniger an Hecken und 33% weniger an Grasrändern) und die Entwicklung von Raupen beeinflusste. Ein separates Experiment in Habitaten ohne Beleuchtungsgeschichte ergab, dass künstliches Licht bei Nacht das Fressverhalten nachtaktiver Raupen störte.

Die negativen Auswirkungen waren bei Straßenlaternen mit weißen Leuchtdioden (LED) stärker ausgeprägt als bei herkömmlichen gelben Natriumdampflampen. Dies deutet darauf hin, dass künstliches Licht bei Nacht und der anhaltende Wandel hin zu weißen LEDs (d. h. Schmal- bis Breitbandbeleuchtung) erhebliche Konsequenzen für Insektenpopulationen und Ökosystemprozesse haben werden.

Download: https://eprints.ncl.ac.uk/file_store/production/276723/6BB73D04-0287-4211-AFB8-999A18F674F8.pdf

Quelle:
Street lighting has detrimental impacts on local insect populations
Douglas H. Boyes, Darren M. Evans, Richard Fox, Mark S. Parsons and Michael J. O. Pocock
DOI: 10.1126/sciadv.abi8322
26. August 2021

Fledermäuse und Licht: Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen in Beleuchtungsprojekten

Das Tempo, mit dem die Lichtverschmutzung zunimmt, ist größer als das globale Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung. Achtzig Prozent der Weltbevölkerung ist derzeit lichtverschmutzten Himmeln ausgesetzt, die Milchstraße ist für mehr als ein Drittel der Menschheit nicht mehr sichtbar.

Während die Umgebungsbedingungen in der Nacht sich dramatisch und schnell verändern, werden zirkadiane Rhythmen, Verhalten und Ökologie von Pflanzen und Tiere unmittelbar beeinflusst. Gleichzeitig werden die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung, verschiedener Beleuchtungsschemata und Spektren auf die Biodiversität, einschließlich Fledermäuse, derzeit nur unzureichend verstanden, wohingegen Entscheidungsträger und andere an Beleuchtungsprojekten beteiligte Parteien nur eine vage Vorstellung von erforderlichen Minderungs- und Kompensationsaktivitäten haben.

Obwohl die Fledermäuse fast ausschließlich nachtaktiv sind und extrem empfindlich auf die vielfältigen Auswirkungen der Lichtverschmutzung reagieren, werden ihre negativen Auswirkungen auf Fledermäuse neben den notwendigen Maßnahmen zum Schutz der unfragmentierten nächtlichen Landschaften dieser Tiere bei Folgeabschätzung, Planung und Umsetzung häufig außer Acht gelassen.

In diesem Band werden verfügbare Nachweise für die Wirkung von Kunstlicht in der Nacht auf die europäischen Fledermäuse zusammengestellt. Auf der Grundlage des aktuellen Wissensstands werden Lösungen vorgeschlagen, um mögliche nachteilige Auswirkungen von Beleuchtungsprojekten auf Fledermäuse und ihre funktionalen Lebensräume zu vermeiden, abzuschwächen und zu kompensieren. Wir haben auch Forschungsschwerpunkte für zukünftige Studien skizziert, die für ein tieferes Verständnis des Problems und die Bewertung der Effizienz der vorgeschlagenen Minderungsmaßnahmenerforderlich sind.

Es ist jedoch wichtig, den Erfolgsgrad der in diesem Dokument beschriebenen Minderungsstrategien zu messen und zu bestimmen, ob sie für Fledermäuse lokale und landschaftliche Vorteile bieten. Weiterhin ist es wichtig zu untersuchen, wie diese Maßnahmen verbessert werden können. Quantitative Bewertungen der Wirksamkeit von Minderungsmaßnahmen, die für die Weiterentwicklung und Verbesserung von Strategien für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sind, können nur erreicht werden, wenn strukturierte Daten von mehreren Standorten abgerufen werden.

Download: Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen bei Beleuchtungsprojekten (PDF)
Download: Guidelines for consideration of bats in lighting projects (PDF)
Voigt, C.C, C. Azam, J. Dekker, J. Ferguson, M. Fritze, S. Gazaryan, F. Hölker, G. Jones, N. Leader, D. Lewanzik, H.J.G.A. Limpens, F. Mathews, J. Rydell, H. Schofield, K. Spoelstra, M. Zagmajster (2018): Guidelines for consideration of bats in lighting projects. EUROBATS Publication Series No. 8. UNEP/EUROBATS Secretariat, Bonn, Germany, 62 pp.

Exemplare der Publikation sind im Internet erhältlich
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UN-Umwelt
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E-Mail an eurobats@eurobats.org
Web www.eurobats.org
ISBN 978-92-95058-39-2 (gedruckte Version)
ISBN 978-92-95058-40-8 (elektronische Version)

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