Offshore-Windparks: Zug von Fledermäusen über Nord- und Ostsee

Studie zur Abschätzung der Zahlen wandernder Fledermäuse über Nord- und Ostsee zur Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen an Offshore-Windparks.

Fledermäuse, die über das offene Meer wandern, sind einem hohen Risiko ausgesetzt, mit Offshore-Windkraftanlagen zu kollidieren. Trotz jüngster Fortschritte bei der Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen für Fledermäuse im Offshore-Bereich fehlen nach wie vor standardisierte Methoden zur Abschätzung des Ausmaßes der Fledermauswanderung auf See. Das Autorenteam stellt hier eine Methode zur Schätzung der Anzahl wandernder Fledermäuse vor, die auf Langzeit-Akustiküberwachungsdaten basiert, die an abgelegenen Offshore-Anlagen wie Bojen und Plattformen erfasst wurden.

Als Beispiel wendendeten Sie die Methode auf die deutschen Meere an und nutzen dabei Ultraschallaufnahmen von mehreren Offshore-Anlagen. Sie zeigen, dass hohe Fledermaus-Wanderungsraten von 1.500 Fledermäusen pro km und Jahr – bezogen auf eine 1 km lange Linie parallel zur allgemeinen Wanderungsrichtung – näher an der Küste der deutschen Nordsee auftreten. In der deutschen Ostsee lagen die Fledermaus-Wanderungsraten zwischen 900 und 4.600 Fledermäusen pro km und Jahr.

Diese Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, wandernde Fledermäuse vor Kollisionen mit rotierenden Rotorblättern von Offshore-Windkraftanlagen in deutschen Gewässern und darüber hinaus zu schützen.

Die Methode eignet sich möglicherweise auch zur Abschätzung des Ausmaßes der Offshore-Fledermauswanderung in anderen Regionen. Sie bietet die Möglichkeit, Schwellenwerte zu definieren, bei deren Erreichen Schutzmaßnahmen durch Raumplanung und Abhilfemaßnahmen wie Betriebsbeschränkungen während Zeiten intensiver Offshore-Fledermauswanderung ergriffen werden sollten.

Quelle:
Antje Seebens-Hoyer, Lothar Bach, Henrik Pommeranz, Christian C. Voigt, Volker Runkel, Pius Korner, Petra Bach, Michael Göttsche, Reinhold Hill, Annette Pommeranz, Sandra Vardeh, Tobias Böhme, Matthias Göttsche, Hinrich Matthes,
Estimating the traffic rates of bats migrating across the North and Baltic Seas to develop efficient mitigation measures at offshore wind energy facilities,
Biological Conservation, Volume 316, 2026, 111741, ISSN 0006-3207,
https://doi.org/10.1016/j.biocon.2026.111741.

Aufruf zur Erfassung von Windkraftopfern – jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel; eine Zeit in der wir etliche Kollisionen erwarten:

In den vergangenen Tagen gab es aus den östlichen Bundesländern vermehrt Meldungen von verunglückten Fledermäusen an Windkraftanlagen. Brandenburgs Vogelschutzwarte archivierte 142 Totfunde von Fledermäusen an Windenergieanlagen in 7 Arten aus Deutschland, unter anderem:

– 56 % Großer Abendsegler
– 17 % Rauhhautfledermaus
– 5 % Mausohr.

Gegenwärtig ziehen diese Arten, so dass gerade jetzt Funde zu erwarten sind. Bitte suchen Sie in den kommenden Wochen verstärkt unter Windkraftanlagen nach Kollisionsopfern. Bitte erfassen Sie auch die gefundenen Vögel. Wir sind für jede Meldung dankbar!

Meldungen bitte an:
RLP: AKF-RLP
René Reifenrath
Riedweg 28
55130 Mainz
(06131) 86535,
E.Mail: rreifenr@mainz-online.de

BRD: LUA – VSW
Tobias Dürr
Tel.: (033 207) 51 271,
E-Mail: tobias.duerr@lua.brandenburg.de

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