Künstliches Licht und Ultraschall vertreibt Wasserfledermäuse
Fledermäuse haben die Fähigkeit, ihre Beute im nächtlichen Himmel mittels Echoortung aufzuspüren, doch diese dunkle und ruhige sensorische Nische wird zunehmend durch künstliche Licht- und Lärmbelastung beeinträchtigt.
Das Autoren-Team teste die Hypothesen, dass solche Belastungen Fledermäuse von ihren Jagdgebieten vertreiben und dass diese Vertreibung mit der Intensität der Stressfaktoren zunimmt. Dazu setzten sie wildlebende Wasserfledermäuse (Myotis daubentonii) kontrollierten Licht- oder breitbandigen Ultraschallgeräuschen aus und zeichneten die Aktivitätsniveaus der Fledermäuse mittels passiver akustischer Überwachung in unterschiedlichen Entfernungen zu den Störfaktoren auf.
Sie stellen fest, dass Licht- und Lärmbelastungen die Fledermausaktivität im Vergleich zu Kontrollzeiträumen in einem Umkreis von 6 m um die Stressorquelle um 43 % bzw. 49 % reduzierten. Der Verdrängungseffekt nahm mit zunehmender Entfernung zu den Licht- und Lärmquellen ab.
In 20 m Entfernung von der Quelle führte eine Lichtstärke von 1 Lux noch zu einer leichten Verringerung der Fledermausaktivität. Im Gegensatz dazu lösten Lärmpegel von 56 dB re. 20 μPa RMS in 20 m Entfernung keine messbare Verdrängung der Fledermäuse mehr aus.
Sie kommen zu dem Schluss, dass mäßige künstliche Licht- und Lärmbelastung Fledermäuse von ihren Nahrungsgebieten verdrängen kann und dass Licht- und Ultraschallbelastung in der Umgebung kritischer Fledermauslebensräume vermieden werden sollte.
Quelle:
Caspersen, M.R., Mortensen, S.A., Beedholm, K. et al. Light and ultrasonic noise pollution displaces trawling Daubenton’s bats. Sci Rep (2026). https://doi.org/10.1038/s41598-026-50747-0
