Fliegenfänger als Fledermausfallen

Klebefallen können nicht nur für Fliegen zu einer Falle werden. Neben Insekten, verfangen sich immer wieder Fledermäuse in den Fliegenfallen. Werden sie nicht rechtzeitig gefunden und befreit, verenden sie qualvoll. Gerettete Fledermäuse kommen oft in die Obhut von Fledermausexperten und werden mit Hilfe von Pflanzenöl oder Babypuder von dem Klebstoff befreit und anschließend wieder gesund gepflegt.

Anscheinend sind vor allem Arten betroffen, die in Stallungen nach Nahrund suchen bzw. in direkter Nachbarschaft des Menschen leben (also Zwerg-, Fransen-, Wimperfledermaus). Aber auch Langohren wurden schon in Fliegenfallen gefunden. Leider können derzeit keine gesicherten Aussagen darüber getroffen werden, welche Arten noch betroffen sind und wie viele Tiere bisher in Fliegenfängern gefunden wurden.

Darum werden von Florian Pointke, von der Fledermaus AG Münster und der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich, alle bekannten Fälle gesammelt. Wer von Fledermäusen berichten kann, die sich in Fliegenfängern verfangen haben, melde sich bitte bei Florian Pointke (flo@pointke.de). Besonders von Interesse ist dabei, welche Art betroffen ist, wo und wann wurde die Fledermaus gefunden. Gibt es bei Pfleglingen, die in einem Fliegenfänger klebten, irgendwelche Auffälligkeiten (z.B. Entzündung der Augen)?

Aufruf zur Erfassung von Windkraftopfern – jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel; eine Zeit in der wir etliche Kollisionen erwarten:

In den vergangenen Tagen gab es aus den östlichen Bundesländern vermehrt Meldungen von verunglückten Fledermäusen an Windkraftanlagen. Brandenburgs Vogelschutzwarte archivierte 142 Totfunde von Fledermäusen an Windenergieanlagen in 7 Arten aus Deutschland, unter anderem:

– 56 % Großer Abendsegler
– 17 % Rauhhautfledermaus
– 5 % Mausohr.

Gegenwärtig ziehen diese Arten, so dass gerade jetzt Funde zu erwarten sind. Bitte suchen Sie in den kommenden Wochen verstärkt unter Windkraftanlagen nach Kollisionsopfern. Bitte erfassen Sie auch die gefundenen Vögel. Wir sind für jede Meldung dankbar!

Meldungen bitte an:
RLP: AKF-RLP
René Reifenrath
Riedweg 28
55130 Mainz
(06131) 86535,
E.Mail: rreifenr@mainz-online.de

BRD: LUA – VSW
Tobias Dürr
Tel.: (033 207) 51 271,
E-Mail: tobias.duerr@lua.brandenburg.de

Fledermaustollwut in Vreden – Der NABU bittet um Umsicht

In Vreden im Kreis Borken hat es am 05. 08. 2000 einen Fall einer Erkrankung einer Fledermaus mit Tollwut gegeben. Die Fledermaus biss einen Säugling. Das Kind hat die Fledermaus offensichtlich auf dem Boden liegend gefunden und versucht, sie anzufassen.

Die Menschen in NRW sind nun natürlich verunsichert. Der NABU möchte Ihnen mit einigen Fakten zu den Tieren die Furcht vor den Fledermäusen nehmen.

Fledermäuse sind harmlose Insektenjäger, die eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. Sie vertilgen viele Schadinsekten. Sie sind die einzigen nachts fliegenden Insektenjäger und übernehmen die Aufgabe der Vögel in der Nacht.

Die Tollwut bei Fledermäusen ist äußerst selten. In NRW ist bislang erst einmal – 1996 in Aachen – eine infizierte Fledermaus gefunden worden. Die Fledermaustollwut ist nicht mit der bei Füchsen auftretenden Wildtollwut identisch, es handelt sich hierbei vielmehr um eine fledermauseigene Tollwut. Vermutlich ist aber auch die Fledermaustollwut auf den Menschen übertragbar, doch nur über Bissverletzungen.

Es besteht kein Grund zur Sorge. Es kommt nur sehr selten vor, daß Menschen mit Fledermäusen in Berührung kommen. Von fliegenden Fledermäusen und den Quartieren geht keinerlei Gefahr aus! Die Tiere gehen dem Menschen aus dem Weg.

Fledermäuse greifen niemals Menschen an! Alle Bissverletzungen beim Menschen entstanden dadurch, daß Personen hilflose Fledermäuse am Boden gefunden haben und versucht haben, die Tiere in die Hand zu nehmen.

Fledermäuse sind Wildtiere, die sich bei Angriffen verteidigen. Ein Versuch, eine Fledermaus in die Hand zu nehmen, stellt für die Tiere einen solchen Angriff dar.

Die Fledermäuse versuchen durch Beissen sich des Angreifers zu erwehren. Da die Tiere ein spitzes Insektenfressergebiß besitzen, können schmerzhafte Verletzungen entstehen.

Das Abwehrbeissen gehört zum normalen Verhalten der Tiere und weist nicht auf eine Tollwuterkrankung hin!

Die Fledermaustollwut kann zwar prinzipiell alle Fledermausarten befallen, doch scheint sich die Erkrankung fast nur auf eine Art, die Breitflügelfledermaus, zu beschränken.

Und hier sind nur sehr wenige Tiere infiziert. In NRW bislang nur zwei Individuen! Es handelt sich also nur um Einzelfälle!

Der beste Schutz ist darauf zu verzichten, aufgefundene Fledermäuse anzufassen. Sie können dann auch nicht zubeissen. Zwei weitere Fledermäuse (eine Zwergfledermaus und ein Braunes Langohr, die ebenfalls in Vreden tot aufgefunden worden sind, erwiesen sich nach der Untersuchung als nicht tollwut-infiziert

Der NABU weist darauf hin, daß Fledermäuse als besonders nützliche Tiere unter Schutz stehen. Wir möchten Sie bitten darauf zu verzichten, die Fledermäuse zu sammeln, um sie auf Tollwut untersuchen zu lassen.

Bitte zerstören Sie die Quartiere der Fledermäuse nicht. Es geht keine Gefahr von diesen wichtigen Rückzugsorten aus.

Bitte erhalten Sie den Fledermäusen weiterhin die Chance zum Überleben.

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