Crowdfunding der Biologischen Station Hagen

Fledermauswohnraum auf dem Reiterhof

Helfen Sie uns mit Quartiere für Fledermäuse auf dem Reitgut Selkinghausen im Hagener Süden zu schaffen.

Um den heimischen Fledermausarten weiterhin ausreichend Quartiermöglichkeiten bieten zu können, benötigt die Biologischen Station Hagen Ihre finanzielle Unterstützung. Es sollen 10 Fledermauskästen aus Holzbeton angeschafft und auf dem Reitgut des Verein für extensive Kulturlandschftspflege (VeK) w.V. an Gebäuden und Bäumen angebracht werden

Die Biologische Station Umweltzentrum Hagen e.V. führt das Projekt durch in Kooperation mit dem Verein für extensive Kulturlandschftspflege (VeK) w.V., welchem das Reitgut gehört.

Weitere Informationen, Video, Fotos und Ihre Möglichkeit der Untersützung:
https://www.startnext.com/fledermausschutz-am-reiterhof

100 Wasserfledermäuse, Quartier im Straßenkanal

Bei Wartungsarbeiten entdeckten die überraschten Mitarbeiter einer Firma Graf AG, Zufikon unter einem Kanaldeckel Fledermäuse.

Andres Beck, der kontaktierte Fledermausschutz-Beauftragte des Schweizer Kantons Aargau fand vor Ort über 100 Wasserfledermäuse, welche scheinbar das Kanalisationsnetz als Rückzugsort und Wochenstube für die Jungenaufzucht benutzen.

Der Schacht, in dem die Tiere angetroffen wurden, endet gut 1,4 Kilometer weiter, direkt am Fluss Limmat. Diese Strecke müssen die Fledermäuse also jeden Tag unterirdisch durch Röhren mit 1,2 Meter Durchmesser zurücklegen, um in ihre Jagdgebiete zu gelangen.

Video & Foto: Raymond Witter der Firma Graf AG, Zufikon

Quelle: https://fledermausschutz.ch/leben-unter-der-strasse-die-tunnelfledermaeuse-von-spreitenbach

Orientierungssinn von Fledermäusen liegt im Auge

Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase. Doch mit welchem Sinn oder Organ orientieren sie sich auf ihren Wanderungen, die mitunter weit über ihre lokalen Streifgebiete hinausführen und daher ein erweitertes Navigationsvermögen erfordern? Wissenschaftliche Versuche unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), publiziert gemeinsam mit Prof. Richard A. Holland (Bangor University, UK) und Dr. Gunārs Pētersons (Latvia University of Life Sciences and Technologies, Lettland), zeigen nun: Die Hornhaut (Cornea) der Augen ist der Ort eines solchen Sinnes bei wandernden Fledermäusen. Betäubt man diese gezielt, ist der sonst zuverlässige Orientierungssinn gestört, während die visuelle Hell-Dunkel-Wahrnehmung unbeeinträchtigt blieb. Der Versuch nährt Vermutungen über eine Lokalisierung eines Magnetsinns bei Säugetieren. Der Aufsatz ist in der Fachzeitschrift „Communications Biology“ publiziert.

Einem Forschungsteam um Dr. Oliver Lindecke und PD Dr. Christian Voigt vom Leibniz-IZW gelang erstmals der Nachweis, dass über die Hornhaut der Augen Signale aus der Umwelt aufgenommen werden, die für das Navigieren über lange Strecken von Bedeutung sind. Hierzu führten sie Versuche mit Rauhautfledermäusen (Pipistrellus nathusii) während der spätsommerlichen Zugzeit durch. Bei einer experimentellen Gruppe von Fledermäusen betäubten sie temporär die Hornhaut lokal mit einem Tropfen Oxybuprocain. Dieses Oberflächenanästhetikum findet breite Anwendung in der Augenheilkunde bei Menschen und Tieren, wo es bei Patienten für die vorübergehende Desensibilisierung der Hornhaut bei einer Überreizung verwendet wird. Effekte auf das Orientierungsvermögen waren bisher nicht bekannt. Bei einer zweiten Gruppe von Fledermäusen betäubte das Wissenschaftlerteam die Hornhaut von nur einem Auge. Die Individuen der Kontrollgruppe erhielten keine Betäubung, stattdessen aber eine isotonische Kochsalzlösung als Augentropfen. Alle Tiere dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurden bei Nacht in ihrem Zugkorridor an der Ostseeküste eingefangen und direkt nach der Behandlung in 11 Kilometer Entfernung vom Fangplatz auf einem freien Feld wieder einzeln freigelassen. Die Wissenschaftler stellten mit Fledermausdetektoren sicher, dass sich keine anderen Fledermäuse zum Zeitpunkt der Freilassung über dem Feld aufhielten, denen die Versuchstiere hätten folgen können. Zudem war den beobachtenden Personen unbekannt, welcher Behandlung das freigelassene Tier unterzogen wurde. „Individuen aus der Kontrollgruppe und der Gruppe mit einseitiger Cornea-Betäubung orientierten sich erwartungsgemäß nach Süden, während die Fledermäuse mit beidseitig anästhesierten Hornhäuten in zufälligen Richtungen davonflogen“, erklärt Dr. Oliver Lindecke, Erstautor des Aufsatzes. „Dies deutet darauf hin, dass die Betäubung der Cornea einen Orientierungssinn nachhaltig störte – und dass dieser offenbar auch noch mit einem Auge gut funktioniert.“ Da die Cornea-Betäubung nach kurzer Zeit nachlässt, konnten die Tiere nach Ende dieser Wirkung ihre Reise in den Süden fortsetzen. „Wir konnten hier das erste Mal im Versuch beobachten, wie ein ziehendes Säugetier wortwörtlich vom Kurs abgebracht wurde – ein Meilenstein in der Verhaltens- und Sinnesbiologie, der uns erlaubt, das biologische Navigationssystem der Säugetiere gezielter zu erforschen.“

Um auszuschließen, dass die Betäubung der Cornea auch den Sehsinn an sich beeinflusste und die Wissenschaftler*innen dadurch zu falschen Schlussfolgerungen gelangten, führten sie einen weiteren, ergänzenden Test durch. Wiederum aufgeteilt in Versuchs- und Kontrollgruppen prüften sie, ob die Fledermäuse in unterschiedlicher Weise auf Licht reagierten, wenn ihre Hornhäute einseitig oder beidseitig betäubt waren. „Wir wissen aus früheren Untersuchungen, dass Fledermäuse eine beleuchteten Ausgang einem unbeleuchteten Ausgang vorziehen, wenn sie ein einfaches Y-Labyrinth verlassen sollen“, erklärt PD Dr. Christian Voigt, Leiter der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Ökologie. „Diese Präferenz zeigten in unserem Versuch auch die Tiere mit einseitiger oder beidseitiger Betäubung. Daher schließen wir aus, dass unsere Versuchsanordnung die visuelle Wahrnehmung beeinträchtigte, welche auch die Langstrecken-Navigation hätte beeinflussen können.

Eine Vielzahl von Wirbeltieren, neben Fledermäuse beispielsweise auch Delfine, Wale, Fische oder Schildkröten, können sich bei Dunkelheit sicher orientieren, sowohl unter freiem Nachthimmel, als auch bei nächtlicher Bewölkung, in Höhlen und Tunneln sowie in den Tiefen der Meere. Über viele Jahrzehnte suchen Wissenschaftler*innen daher nach dem Sinn und dem Sinnesorgan, welches den Tieren diese für Menschen schwer vorstellbaren Orientierungs- und Navigationsleistungen ermöglicht. Der bisher nur für wenige Säugetierartennachgewiesene und kaum verstandene Magnetsinn ist ein naheliegender Kandidat. Experimente lassen vermuten, dass womöglich Eisenoxid-Partikel innerhalb von Körperzellen als „mikroskopische Kompassnadeln“ fungieren könnten, so wie dies in einigen Bakterienarten der Fall ist.

Jüngere Laboruntersuchungen an Graumullen, Verwandten der bekannten Nacktmulle, die ihr Leben in verzweigten unterirdischen Gangsystemen verbringen, deuten darauf hin, dass der Magnetsinn im Auge verortet ist. Allerdings wurde ein solcher (Magnet-)Orientierungssinn bislang weder bei freilebenden, ziehenden Säugetieren getestet noch konnte ein Organ identifiziert werden, welches die morphologische Basis für die benötigten Sinnesrezeptoren enthalten könnte. Die Experimente des Teams um Lindecke und Voigt erbringen nun erstmalig belastbare Daten für die Verortung eines Orientierungssinns bei freilebenden, ziehenden Säugetieren. Wie und wo genau sich dieser Sinn in der Hornhaut der Fledermäuse befindet, wie er funktioniert und ob es sich um den lange gesuchten Magnetsinn handelt müssen zukünftige Untersuchungen zeigen.
Publikation

Lindecke O, Holland RA, Pētersons G, Voigt CC (2021): Corneal sensitivity is required for orientation in free-flying migratory bats. Communications Biology. DOI: 10.1038/s42003-021-02053-w

Pressemitteilung: http://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/raetselhafter-orientierungssinn-von-fledermaeusen-lokalisiert-der-sechste-sinn-der-saeugetiere-liegt-im-auge.html

English Version: http://www.izw-berlin.de/en/press-release/cryptic-sense-of-orientation-of-bats-localised-the-sixth-sense-of-mammals-lies-in-the-eye.html

Fledermausschutz – Empfehlungen zur Kontrolle von Winterquartieren in Zeiten von Corona

Bitte verzichten Sie in diesem Winter auf Kontrollen!

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 auf einheimische Fledermäuse ist zwar sehr unwahrscheinlich, allerdings bislang nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Nordamerikanische Forscher haben versucht die dort heimische „Große Braune Fledermaus“ (Eptesicus fuscus) experimentell mit SARS-CoV-2 unter Laborbedingungen zu infizieren und kamen zu dem Schluss, dass diese Art resistent gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 sei.1  In einer Studie des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) ist es aber gelungen, Flughunde mit dem Virus zu infizieren.2 Auch weitere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Fledermäuse neben anderen Säugern anfällig für SARS-COV2 sein könnten.3,4,5 In diesem Zusammenhang sei auch auf die Mutationsfähigkeit des Virus verwiesen. Seien Sie sich auch darüber bewusst, dass Sie bereits ansteckend sein können, bevor sie selbst Symptome an sich feststellen.

Es muss daher unter allen Umstanden verhindert werden, dass eine Übertragung stattfinden und sich ein neues Reservoir von SARS-CoV-2 in Fledermäusen bilden kann. Die Folgen für den Bestand und Schutz europäischer Fledermäuse wären gravierend – dafür möchten Sie sicher nicht verantwortlich sein.

Hinterfragen Sie die tatsächliche Notwendigkeit und verzichten Sie bitte diesen Winter auf die üblichen Kontrollen der Quartiere.

Prüfen sie aber dennoch Zustand der Quartiere: Sind z. B. die Einflüge noch frei und Verschlüsse in Ordnung? Sind vor allem kleine Quartiere wie Bunker durch die geringen Niederschläge zu trocken?

Falls Begehungen dennoch unbedingt erforderlich sind, lassen Sie bitte höchste Vorsicht walten und treffen erweiterte Hygiene-Maßnahmen zum gegenseitigen Schutz und zum Schutz der Fledermäuse:

  • Tragen Sie Handschuhen und mindestens eine partikelfiltrierende FFP2-Maske als Mund-Nasenschutz
  • Betreten Sie das Quartier so kurz und mit so wenigen Personen wie möglich
  • Halten Sie den größtmöglichen Abstand zu den Tieren
  • Wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde oder Krankheitssymptome zeigt, darf keine Quartiere betreten!

 

Allgemeine Hinweise zur Kontrolle von Fledermaus-Winterquartieren

Um eine Störung der Fledermäuse während der kritischen Phase des Winterschlafes so gering wie möglich zu halten, müssen einige Richtlinien im Winterquartier befolgt werden:

  • Berühren Sie unter keinen Umständen winterschlafende Fledermäuse.
  • Reduzieren Sie die Beleuchtung und passen die Leistung der Lampen an die Entfernung der Tiere an.
  • Machen Sie so wenig Fotos wie möglich.
  • Vermeiden Sie Geräusche und verhalten sich leise (flüstern, nur einmal vorbeigehen).
  • Bleiben Sie so kurz wie möglich in der Nähe von Fledermäusen und im Allgemeinen im Winterquartier.
  • Atmen Sie nicht unter oder in Richtung von Fledermäusen aus, die sich in Ihrer Nähe befinden.
  • Gehen Sie mit so wenig Personen wie möglich, in Abhängigkeit der Größe, in das Quartier.

 

Bitte zusätzlich beachten:
Ausbreitung des „Salamanderfresser-Pilzes“, eine Gefährdung von Amphibien durch Winterquartierkontrollen?

Seit vielen Jahren fallen Amphibien in der ganzen Welt dem Chytridpilz Batrachochytridium dendrobatidis zum Opfer. Dieser Pilz, der aus den asiatischen Tropen stammt, befällt die Haut vor allem von Froschluchen, verstopft deren Poren und lässt die Hautatmer ersticken. Der neu entdeckte Chytridpilz stellt eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung für Feuersalamander, Berg- und Teichmolche dar. Laborversuche hatten zuvor bereits ergeben, dass grundsätzlich alle europäischen Schwanzlurche infiziert werden können und dann innerhalb weniger Wochen sterben.

Auch bei den regelmäßigen Kontrollen der Fledermauswinterquartiere, die häufig in den Überwinterungslebensräumen der Feuersalamander stattfinden, können Sporen des Pilzes verbreitet werden. Zudem kann der direkte Kontakt mit Feuersalamandern zu einer Infektion der Tiere führen.

Daher sind auch Fledermausschützer gefragt, ihre Hygienestandards zu überdenken und das möglichste zu tun, eine weitere Verbreitung des Pilzes zu verlangsamen. Dazu hat die Universität Trier folgende Handlungsempfehlungen herausgegeben:

  • Bsal entwickelt auch widerstandsfähige Dauerstadien, so dass ein Durchtrocknen vermutlich nicht ausreicht. Eine sichere Maßnahme ist damit nach der gründlichen Reinigung (Bodenreste!) die Behandlung mit einem Pilzmittel wie Virkon S. Sowohl durch Bodenreste (z. B. im Profil von Schuhen) als auch durch Wasser/Feuchtigkeit (etwa an Geräten, Schuhen) kann der Pilz verbreitet werden.
  • Vor einem Wechsel zwischen zwei Gewässern (bzw. hier: zwischen zwei möglichen Überwinterungslebensräumen) immer die Stiefel/Wanderschuhe sowie Geräte (z. B. Kescher, Fallen) wechseln oder mit geeignetem Mittel (z. B. Virkon S) nach gründlicher Reinigung mit Wasser desinfizieren
  • Stiefel und Geräte immer nach Gebrauch mit Wasser gründlich reinigen und anschließend gut durchtrocknen lassen

Christian Giese
für den LFA Fledermausschutz NRW

Quellen:

1 (09.12.2020) Hall, Jeffrey S.; Susan Knowles, Sean W. Nashold, Hon S. Ip, Ariel E. Leon, Tonie Rocke, Saskia Keller, Mariano Carossino, Udeni Balasuriya, Erik Hofmeister (2020): Experimental challenge of a North American bat species, big brown bat (Eptesicus fuscus), with SARS‐CoV‐2. Transboundary and Emerging diseases (in press). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/tbed.13949

2 Schlottau, K., M. Rissmann, A. Graaf, J. Schön, J. Sehl, C. Wylezich, D. Höper, T. C. Mettenleiter, A. Balkema-Buschmann, T. Harder, C. Grund, D. Hoffmann, A. Breithaupt, and M. Beer. 2020. SARS-CoV-2 in fruit bats, ferrets, pigs, and chickens: an experimental transmission study. The Lancet Microbe. S2666524720300896.

3 Damas, J., G. M. Hughes, K. C. Keough, C. A. Painter, N. S. Persky, M. Corbo, M. Hiller, K.-P. Koepfli, A. R. Pfenning, H. Zhao, D. P. Genereux, R. Swofford, K. S. Pollard, O. A. Ryder, M. T. Nweeia, K. Lindblad-Toh, E. C. Teeling, E. K. Karlsson, and H. A. Lewin. 2020. Broad host range of SARS-CoV-2 predicted by comparative and structural analysis of ACE2 in vertebrates. Proceedings of the National Academy of Sciences. 202010146.

4 Olival, K. J., P. M. Cryan, B. R. Amman, R. S. Baric, D. S. Blehert, C. E. Brook, C. H. Calisher, K. T. Castle, J. T. H. Coleman, P. Daszak, J. H. Epstein, H. Field, W. F. Frick, A. T. Gilbert, D. T. S. Hayman, H. S. Ip, W. B. Karesh, C. K. Johnson, R. C. Kading, T. Kingston, J. M. Lorch, I. H. Mendenhall, A. J. Peel, K. L. Phelps, R. K. Plowright, D. M. Reeder, J. D. Reichard, J. M. Sleeman, D. G. Streicker, J. S. Towner, and L.-F. Wang. 2020. Possibility for reverse zoonotic transmission of SARS-CoV-2 to free-ranging wildlife: A case study of bats. PLOS Pathogens. 16: e1008758.

5 Yan, H., H. Jiao, Q. Liu, Z. Zhang, X. Wang, M. Guo, B.-J. Wang, K. Lan, Y. Chen, and H. Zhao. 2020. Many Bat Species Are Not Potential Hosts of SARS-CoV and SARS-CoV-2: Evidence from ACE2 Receptor Usage. Ecology.

(16. Dezember 2020) Ist SARS-CoV-2 für Fledermäuse ansteckend? – Ein experimenteller Versuch eine nordamerikanische Fledermausart mit dem Virus zu infizieren ist gescheitert
https://www.deutsche-fledermauswarte.org/ist-sars-cov-2-fuer-fledermaeuse-ansteckend-ein-experimenteller-versuch-eine-nordamerikanischen-fledermausart-mit-dem-virus-zu-infizieren-ist-gescheitert

(20.04.2020) Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit Fledermäusen in Zeiten von SARS-CoV-2
https://bvfledermaus.de/wp-content/uploads/2020/04/Handlungsempfehlungen_fuer_die_Arbeit_mit_Fledermaeusen_in_Zeiten_von_SARS-CoV-2.pdf

(06.02.2018) Gefährdung von Amphibien durch Winterquartierkontrollen?
https://www.fledermausschutz.de/2018/02/06/gefaehrdung-von-amphibien-durch-winterquartierkontrollen/

Neue Rote Liste der Säugetiere 2020 erschienen

Bonn, 08. Oktober 2020: Der Zustand vieler Säugetiere in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren verschlechtert. Verbesserungen sind dagegen für Arten zu verzeichnen, die von gezielten Natur- und Umweltschutzmaßnahmen profitieren. Knapp ein Drittel der Säugetiere in Deutschland ist in seinem Bestand gefährdet. Das sind Ergebnisse der aktuellen Roten Liste der Säugetiere, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) heute gemeinsam mit dem Rote-Liste-Zentrum (RLZ) vorgestellt hat. Für insgesamt 97 in Deutschland einheimische Säugetiere hatten die Autorinnen und Autoren der nun vorliegenden, nach gut zehn Jahren grundlegend aktualisierten Roten Liste die Bestandssituation und das Ausmaß der Gefährdung ermittelt.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Fledermäuse im Vergleich zur Roten Liste aus dem Jahr 2009 und dem Status in NRW mit den Kommentaren zur neuen Roten Liste. [ Lesen Sie mehr… ]

Urteil: Forstwirtschaft in Schutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung

Oberverwaltungsgericht (OVG Bautzen) und Europäischer Gerichtshof (EuGH) bestätigen per Urteil, das Forstwirtschaft in europäischen Naturschutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung erfolgen darf!

Oberverwaltungsgericht Bautzen stoppt Forstwirtschaft im Leipziger Auwald

Mit heute den Beteiligten bekannt gegebenem Beschluss vom 09.06.2020 hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG Bautzen) der Beschwerde der Grünen Liga Sachsen e.V. im Verfahren gegen die Stadt Leipzig wegen deren Forstwirtschaftsplanung stattgegeben. Infolge dieser Entscheidung darf die Stadt innerhalb des weiträumig geschützten Leipziger Auwaldes von einigen Maßnahmen der Verkehrssicherung abgesehen keine Fällungen mehr durchführen, bevor sie nicht eine Verträglichkeitsuntersuchung nach Maßgabe der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) durchführt.

Die Grüne Liga richtete sich mit ihrer Beschwerde gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Leipzigs (VG Leipzig, Beschluss v. 9.10.2019, Az.: 1 L 1315/18). Das VG Leipzig hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass der streitige Forstwirtschaftsplan 2018 keiner Verträglichkeitsuntersuchung bedarf, obwohl eine massive Entnahme von Holz in nach dem Europarecht streng geschützten Gebieten des Leipziger Auwaldes erfolgen sollte.

Die Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB (Würzburg/Leipzig/Hannover/Mainz) hat für die Grüne Liga Sachsen e.V. gegen diesen Beschluss Beschwerde erhoben und nun beim OVG Bautzen Recht bekommen. Denn wie das Gericht betont, darf die forstwirtschaftliche Planung nicht durchgeführt werden, solange nicht im Wege einer Verträglichkeitsprüfung geklärt wird, ob die Baumfällungen auf geschützte Arten und Lebensräume erhebliche Auswirkungen haben. Damit steht auch fest, dass die Stadt diese Verträglichkeitsuntersuchung nicht einfach mit dem Argument umgehen kann, dass diese Baumfällungen dem Erhalt des Leipziger Auwaldes dienen.

„Baumfällung werden keinen Auwald erhalten und sind hierfür nicht notwendig. Dass die langjährigen massiven Eingriffe nun auch gerichtlich gestoppt wurden, sollte nun endlich auch in Leipzig zu einem Umdenken führen“, sagt Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen e.V.

Zuvor hatte die Stadt Leipzig die umstrittenen forstwirtschaftlichen Eingriffe bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung ausgesetzt. Das Gericht hielt die Begründung der Stadt Leipzig für das Unterlassen der gebotenen Verträglichkeitsprüfung, nämlich dass die massiven forstwirtschaftlichen Eingriffe der Verwaltung und Erhaltung des Gebiets dienen würden und daher von der Pflicht zur Durchführung einer habitatschutzrechtlichen Verträglichkeitsprüfung befreit wären, für weitgehend nicht überzeugend. Die Grüne Liga hatte dagegengehalten, die Stadt würde ihre forstwirtschaftlichen Maßnahmen ohne geeignete Datengrundlage durchführen und es fehle an der erforderlichen Gewissheit, dass erhebliche Auswirkungen auf Arten und Lebensräume nicht eintreten.

„Dass erst das OVG entscheiden musste, ist erstaunlich, denn bereits im Jahr 2018 hat der EuGH in einem ganz ähnlichen Fall entschieden, dass Forstwirtschaft in europäischen Naturschutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung erfolgen darf. Aber weder die Stadt Leipzig noch das VG Leipzig wollten anerkennen, dass Forstwirtschaft geeignet sein kann, die Erhaltungsziele von Natura-2000-Gebieten erheblich zu beeinträchtigen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass das OVG Bautzen nun Klarheit geschaffen hat und unseren wesentlichen Argumenten gefolgt ist. Die Entscheidung hat bundesweite Signalwirkung, denn nun ist eindeutig, dass auch in Deutschland forstliche Eingriffe in Schutzgebiete einer Verträglichkeitsprüfung bedürfen, die auf einer aktuellen Tatsachengrundlage beruhen muss und alle potentiell negativen Auswirkungen, welche die Forstwirtschaft verursachen kann, entsprechend prüfen muss. Die Bedeutung der heutigen Entscheidung ist deshalb kaum zu überschätzen.“ kommentiert RAin Dr. Franziska Heß, Fachanwältin für Verwaltungsrecht und Partnerin der Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, die Entscheidung.

Quelle: Pressemitteilung der Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, Annastraße 28, 97072 Würzburg vom 16. Juni 2020.

Oberverwaltungsgericht Bautzen stoppt Forstwirtschaft im Leipziger Auwald

Abgesagt: 27. Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW

25.09.2020: Soeben wurde uns seitens der Stadt Gladbeck mitgeteilt, das die Corona-Schutzmaßnahmen die Ausrichtung der Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW im Ratssaal nicht zulassen. Wir bedauern das sehr und akzeptieren die Entscheidung.

Die 27. Tagung des LFA Fledermausschutz findet dann hoffentlich am 13.11.2021 in der Biologischen Station Kreis Unna, also in Dortmund statt. Bitte den Termin in den Kalender eintragen.

Euer Team vom LFA Fledermausschutz NRW

Seminar: Analyse von Fledermauskot und Baumhöhlenuntersuchungen

Fledermäuse wechseln ihre Quartiere häufig, so dass sie nur selten in Quartieren angetroffen werden. Oftmals lassen sich Fledermausquartiere aber anhand der Hinterlassenschaften (Kotpillen) nachweisen. Diese Kotkrümel können aufgrund des Fundortes, der Größe und Färbung Fledermausgruppen zugeordnet werden. Eine weitere Bestimmung bis hin zur Art erfordert jedoch meist die feinere Analyse der Kotpille. Hierbei werden die unverdaulichen Reste der Beute (Insekten und Spinnen) sowie die beim Putzen geschluckten Haare betrachtet. Im Rahmen des Seminars werden auch Baumhöhlen (auf Fledermauskot) untersucht. Anhand von gesammelten Kotpillen wird die Kotanalyse in praktischen Übungen vermittelt. Das Seminar richtet sich an Interessierte aus dem ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutz.

Freitag 07.02.2020 bis Sonntag 09.02.2020
Biologiezentrum Gut Bustedt, Hiddenhausen, Kreis Herford

Tagungskosten:
Workshopkosten: 280 €
BUND-Mitglieder 250 €
Bahnanreisende nach Absprache bis zu 60 € Ermäßigung.

Anmeldung:
Bernd Meier-Lammering
Tel.: 0521-2702069, Mobil: 0178 1210374
E-Mail: fledermausschutz@bund.net
Martin Starrach
Tel.: 05221-31022
E-Mail: biotopkartierung@arcor.de

Download: Programm (PDF)

26. Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW

29.10.2019: Diese Tagung ist bereits ausgebucht!

Die maximale Teilnehmerzahl ist leider erreicht, eine Anmeldung ist nun nicht mehr möglich.
Wir bitten um Ihr Verständnis

Das 26. Jahrestreffen des LFA Fledermausschutz wird am Samstag, den 23.11.2019 Umweltzentrum des Kreises Minden-Lübbecke auf „Gut Nordholz“ stattfinden. Die Tagung wird vom NABU Minden-Lübbecke organisiert. Das Treffen wird wie üblich um 10:00 Uhr beginnen.

Diese Tagung ist keineswegs nur für Experten bestimmt. Gerade auch Neulinge im Fledermausschutz werden viele interessante Dinge erfahren.

Auch in diesem Jahr möchten wir Sie bitten, sich im Vorfeld für die Tagung anzumelden!
Dies ist notwendig, da immer mehr Teilnehmer kommen, es soll den Ausrichtern vor Ort die Planung einfacher gestalten. Bei erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigungsmail. Bitte melden Sie sich bis zum Montag, den 18.11.2019 an. Ohne Anmeldung kann Ihnen kein Sitzplatz garantiert werden, da die räumlichen Kapazitäten uns dieses Jahr auf 70 Teilnehmer beschränken.

Die Teilnahme an der Tagung ist – wie in jedem Jahr – kostenlos. Getränke, Mittagessen, Kaffee und Kuchen müssen aber vor Ort bezahlt werden.

Wir möchten Sie bitten, sich rege an der Tagung zu beteiligen und auch das Programm abwechslungsreich mit zu gestalten. Möglichkeiten für Posterpräsentationen sind vor Ort gegeben.

Vorträge und auch Posterbeiträge bitte bei Carsten Trappmann Tel. 0251 / 88145 (am besten wochentags zw. 17.00 Uhr und 20.00 Uhr) oder per Mail unter „Trappmann@Fledermausschutz.deanmelden. Vor Ort steht ein Beamer mit Laptop zur Verfügung.

Hinweise zur Anreise:

Wir tagen auf „Gut Nordholz“ – Umweltzentrum des Kreises Minden-Lübbecke
Nordholz 5, 32425 Minden

Anfahrtsbeschreibung auf der Seite der Biologischen Station Minden-Lübbecke e. V.:
biostation-ml.de/kontakt/

Bitte nur auf dem ausgeschilderten Parkplatz und platzsparend parken!

Wer einen Shuttle-Service vom Bahnhof Minden benötigt, sollte sich bitte bis spätestens eine Woche vor der Tagung bei meier@fledermausschutz.de melden.

Anmeldung:

Die maximale Teilnehmerzahl ist leider erreicht, eine Anmeldung ist nun nicht mehr möglich.
Wir bitten um Ihr Verständnis

Vorläufiges Tagungsprogramm:

ZeitVortrag
10:00 UhrEröffnung der Tagung und Begrüßung der Teilnehmer
10:15 UhrDie Fledermäuse in Porta Westfalica im Spannungsfeld zwischen Tourismus und Naturschutz
Sandra Meier (NABU Minden-Lübbecke)
10:45 UhrNovellierung der Landesbauverordnung NRW
Axel Pottschmidt (Landesbüro der Naturschutzverbände NRW)
11:15 UhrKaffepause
11:45 UhrFrostschwärmen von Zwergfledermäusen - Phänomen einer Überwinterungsstrategie
Christian Giese (LFA Fledermausschutz NRW)
12:15 UhrNeues vom online-Meldesystem „nrw.observation.org“.
Christian Giese (LFA Fledermausschutz NRW), Dr. Jan Ole Kriegs (LWL-Museum für Naturkunde)
12:45 UhrMittagspause - Zeit zum Austausch
14:30 UhrFledermäuse und Klimawandel
Dr. Frauke Krüger (LFA Fledermausschutz NRW)
15:00 UhrErste Hilfe für Fledermäuse - viel mehr als "nur" Tierpflege
Tom Wegner (BAFF) & Manuela Menn (BAFF, Fledermaus-Ambulanz Viersen)
15:30 UhrErste Ergebnisse der Mausohrberingung in der Nordeifel" 2004 - 2018
Markus Thies (NABU Südeifel)
16:00 UhrKaffeepause
16:30 UhrWas Zähne erzählen können
Dr. Henning Vierhaus (LFA Fledermausschutz NRW)
17:00 UhrVerschiedenes, nächste LFA-Tagung, Tagungshinweise:
  • Winterquartierkontrollen & Salamanderfresser-Pilz
    Dr. Frauke Krüger
    (LFA Fledermausschutz NRW)
  • Ankündigung BFA-Tagung 2021
    Dr. Carsten Trappmann
    LFA Fledermausschutz NRW
  • Neuigkeiten aus Wissenschaft & Forschung
    Dr. Frauke Krüger (LFA Fledermausschutz NRW)
  • Neues zur Beringung in NRW
    Michael Straube
    (LFA Fledermausschutz NRW)
17:30 UhrEnde der Tagung

Tagung: Fledermäuse in der Eingriffsplanung

Gemäß § 44 (1) BNatSchG und Art. 12 der FFH-Richtlinie sind Auswirkungen von Eingriffen auf alle Fledermausarten zu berücksichtigen. Durch fortlaufend neue Erkenntnisse aus der Forschung, insbesondere aber auch aus der angewandten Praxis, eröffnen sich moderne Handlungsfelder für die Akteure im Verlauf des Planungs-, Umsetzungs-, Monitoring- und Risikomanagementprozesses.

Fachleute aus Deutschland und den Niederlanden berichten unter anderem von best practice Beispielen und Lösungen zu Beleuchtung, Umprägung von Flugwegen und Quartiersschutz und weiteren Schutzmaßnahmen im Straßenbau.

Vorträge:

Überwinterungsquartieren der Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) auf der Spur – Strategien zur Lokalisierung und Bestätigung in städtischer Umgebung
Eric Jansen, Senior Projektmitarbeiter, Zoogdiervereniging, Nijmegen

Die Kirche im Dorf – dunkle Flugwege für Mausohren
Wigbert Schorcht, Schorcht, Karst & Biedermann (NACHTaktiv)

Reaktionen von Fledermäusen auf Licht unterschiedlicher Spektralbereiche
Kamiel Spoelstra, Netherlands Institute of Ecology (NIOO-KNAW), Wageningen

Von der Ruine zur Eigentumswohnung – Erfahrungen bei der Umprägung von Flugwegen einer Kolonie der Kleinen Hufeisennase
Thomas Frank, ChiroPlan – Büro für Fledermauskunde, Dresden

Fledermausquartiere in und an Autobahnbrücken und -bauwerken
David Lemberg, Landesbetrieb Straßenbau NRW, Region I – RNL Südwestfalen, Projektgruppe A45 Roland Fähndrich, Landesbetrieb Straßenbau NRW, Autobahnniederlassung Krefeld

Was ist bekannt zum Querungsverhalten von Fledermäusen an Straßen und Kollisionsschutzwänden?
Sylvia Stephan, öko-log Freilandforschung, Parlow

 

Termin: 
Donnerstag, 28. November 2019, 10:00 bis 16:30 Uhr

Tagungsstätte:
Ruhrfestspielhaus Recklinghausen
Otto-Burrmeister-Allee 1
45657 Recklinghausen

Ausrichter:
Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW
Echolot GbR Münster

Download: Flyer mit Programm und Anmeldung

Link zur Online-Anmedung: https://www.nua.nrw.de/veranstaltungen/hinweise/artikel/2994-fledermaeuse-in-der-eingriffsplanung/detail/

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