Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) in Kroatien

Untersucht im Donji Miholjac, Kroatien 45° 45′ 71″ N – 18° 08′ 81″ E

Die gesamte Populationszahl der in Kroatien neu endeckten Fledermausart im Untersuchungsgebiet besteht aus ca. 4000 Tieren. Alle Wochenstuben befinden sich an/in Gebäuden, mit einer maximalen Individuenzahl von 600 Tieren.

Mückenfledermaus fotografiert in Kroatien

Mückenfledermaus fotografiert in Kroatien. Foto: Zdravko Tadi

Untersuchungergebnis:
Erste Juliwoche
71 % Weibchen mit durchschnittlichem Gewicht von 4,712 Gramm
29 % Männchen mit durchschnittliche Gewicht von 3,751 Gramm

Die Mehrzahl der Weibchen hatten Junge, meistens Zwillinge. Bei 5-6% gab es keinen Nachwuchs. Abendsausflug, bei 19 °C und stillem Wetter, zwischen 20:58 Uhr – 21:20 Uhr. Säugende Mütter kehrten um Mitternacht zurück und flogen dann 19 – 30 Minuten später wieder aus. Die Rückkehr morgens erfolgte zwischen 03:11 Uhr und 04:43 Uhr.

In der letzten Augustwoche, konnten in der in der Kollonie noch 51 % Weibchen mit 5,225 Gramm und 49 % Männchen mit 4,608 Gramm Durchschittsgewicht gefunden werden .

Es bleiben noch viele Frage zu dieser Fledermausart offen. Für weitere Untersuchungen brauchen wir Hilfe in Form von Erkenungsringen (markierte Unterarmklemmen), die bei uns nicht zu bekommen sind.

Viele freundliche Grüße aus Kroatien
von Dida (Zdravko Tadic)

Batnight in Bad Segeberg

Impressionen von der Hauptveranstaltung

Auch in diesem Jahr war die Hauptveranstaltung zur Europäischen Fledermausnacht – Batnight – in Bad Segeberg, ein voller Erfolg.

Mehr als 5.000 Besucher, darunter viele begeisterte Kinder, konnten für die heimlichen Insektenjäger begeistert werden.

Ein großes Lob gilt vor allem dem Organisationsteam um Matthias Göttsche von der AG Fledermausschutz und Fledermausforschung des Landes Schleswig-Holstein.

Die hier abgebildeten Fotos wurden uns freundlicherweise von Frank Seumer zur Verfügung gestellt.

Protest gegen Zerstörung von Mayener Fledermausquartier

NABU überreicht dem Umweltministerium über 7.000 Unterschriften

Der NABU Rheinland-Pfalz hat am Freitag Staatssekretär Hendrik Hering im Umweltministerium einen dicken Stapel Unterschriftslisten überreicht. Innerhalb von nur 14 Tagen sind sie in einer bei-spiellosen Aktion zusammen gekommen, zu der der NABU Rheinland-Pfalz und der Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz aufgerufen hatten: Über 7.000 Fledermausfreunde fordern das Umweltministerium auf, sich klar gegen einen Abbau des Mayener „Bierkellers! zu äußern und einen Abbau mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Der Staatssekretär würdigte das Engagement der Naturschützer und unterstrich die Bedeutung des Vorkommens für den deutschen Fledermausschutz, das er als „beeindruckend“ bezeichnete.

Anlass der Aktion ist der drohende Abbau eines unterirdischen Stollensystems im Mayener Grubenfeld, des sog. Bierkellers. Wegen der hier lebenden bundesweit bedeutsamen Fledermausbestände (mit mehreren 10.000 Individuen!) kam das Mayener Grubenfeld 1998 als FFH-Gebiet in die Vorschlagsliste des Landes.

Parallel dazu erging 1998 die Genehmigung zum Abbau, ohne dass eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Das zuständige Bergamt hat dem Betreiber im Juni 2001 deshalb den Abbau des betreffenden Teilbereichs des Betriebsgeländes im Nachhinein untersagt. Hiergegen legte der Betreiber Widerspruch beim Oberbergamt in Saarbrücken ein; bis heute ist über den Widerspruch noch nicht entschieden. Der Betreiber fordert einen Schadensersatz in Millionenhöhe für den Fall, dass ihm der Abbau verwehrt wird.

Sollte das Oberbergamt dem Widerspruch zustimmen, befürchten die Naturschutzverbände, dass der Abbau durch die Behörden genehmigt wird, da das Land sich außerstande sieht, die Schadensersatzforderungen zu begleichen. Da der Hauptbetriebsplan nur noch kurze Zeit gilt, drängt der Betreiber auf eine rasche Entscheidung. Das Land Rheinland-Pfalz hat sich bisher nicht klar zu einem Abbau geäußert. Nun wurde es von über 7.000 Fledermausfreunden bundesweit aufgefordert, die Zerstörung des Bierkellers abzulehnen.

Staatssekretär Hering meinte, er werde zwar das Gewicht seines Ministeriums in die Waagschale werfen, man müsse jedoch zunächst einmal die Entscheidung des Oberbergamts abwarten. Ferner sei es wichtig, die Fledermausvorkommen besser zu erkunden und auch Möglichkeiten der Sympathiewerbung zu nutzen. Das Ministerium für Umwelt und Forsten werde die Unterschriften dem Wirtschaftministerium zuleiten, um die Dringlichkeit des Anliegens von Naturschutzseite zu unterstreichen.

Der NABU-RLP möchte allen danken, die durch Unterschriften und anderweitig unterstützt haben. Noch immer treffen Listen, die wir noch gerne noch entgegenommen werden!

Leider gab es keine eindeutige Stellungnahme, dass dem Bierkeller keine Gefahr mehr droht!

Im Zweifel werden wir also noch einmal auf die Hilfe der Öffentlichkeit angewiesen sein.

Für Rückfragen:
Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz, René Reifenrath, Tel. 06131/86 535

Aufruf zur Erfassung von Windkraftopfern – jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

jetzt ist Zugzeit für Fledermäuse und Vögel; eine Zeit in der wir etliche Kollisionen erwarten:

In den vergangenen Tagen gab es aus den östlichen Bundesländern vermehrt Meldungen von verunglückten Fledermäusen an Windkraftanlagen. Brandenburgs Vogelschutzwarte archivierte 142 Totfunde von Fledermäusen an Windenergieanlagen in 7 Arten aus Deutschland, unter anderem:

– 56 % Großer Abendsegler
– 17 % Rauhhautfledermaus
– 5 % Mausohr.

Gegenwärtig ziehen diese Arten, so dass gerade jetzt Funde zu erwarten sind. Bitte suchen Sie in den kommenden Wochen verstärkt unter Windkraftanlagen nach Kollisionsopfern. Bitte erfassen Sie auch die gefundenen Vögel. Wir sind für jede Meldung dankbar!

Meldungen bitte an:
RLP: AKF-RLP
René Reifenrath
Riedweg 28
55130 Mainz
(06131) 86535,
E.Mail: rreifenr@mainz-online.de

BRD: LUA – VSW
Tobias Dürr
Tel.: (033 207) 51 271,
E-Mail: tobias.duerr@lua.brandenburg.de

Unterschriftenaktion zur Rettung des Bierkellers im Mayener Grubengebiet

Unterschriftenaktion zur Rettung des Bierkellers im Mayener Grubengebiet

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe MitstreiterInnen und Mitstreiter!

Der Bierkeller im Mayener Grubengebiet ist eines der deutschlandweit bedeutsamsten Fledermausquartiere in Deutschland! Wie bedeutsam er ist, wurde erst am 16. August im Rahmen einer großangelegten Fangaktion belegt, über die u.a. der SPIEGEL berichtet hat (www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,261888,00.html, siehe auch www.fledermausschutz-rlp.de). Unglücklicherweise beharrrt der jetzige Betreiber des Grubengeländes darauf, den Stollen zu sprengen – womit noch in diesem Jahr zu rechnen wäre. Dies wäre eine absolute Katastrophe!

NABU Rheinland-Pfalz und Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz engagieren sich seit Jahren für den Erhalt des Bierkellers und möchten nun die anstehenden Aktionen im Rahmen der Bat Night am kommenden Wochende dazu nutzen, möglichst viel Unterschriften gegen den Abbau zu bekommen, um den öffentlichen Druck weiter zu erhöhen. Wir haben auch eine Spendenmöglichkeit eingerichtet, um hier Handlungsmöglichkeiten zu haben – z.B. einen Beitrag zum Kauf des Bierkellers zu leisten.

Unsere Bitte nun an alle BatNight-Aktiven: bitte verbreiten Sie das beigefügte Faltblatt mit Unterschriftenliste so schnell wie irgend möglich an alle Fledermausfreunde und Aktiven, nutzen Sie die Aktionen im Rahmen der BatNight, Unterschriften zu sammeln. An Tausenden Unterschriften führt so leicht kein Weg vorbei…

Vielen Dank im Voraus für die Unterstützung! Rückfragen: Friedrich Wulf (s.u.) und René Reifenrath (Adressen s.u.)

Friedrich Wulf
Naturschutzreferent
NABU Rheinland-Pfalz
Frauenlobstr. 15-19, 55118 Mainz
Postfach 1647, 55006 Mainz
Telefon 06131/14039-22
Fax 06131/14039-28
E-Mail: friedrich.wulf@nabu-rlp.de
NABU Rheinland-Pfalz im Web: www.NABU-RLP.de

Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz
René Reifenrath
Riedweg 28
55130 Mainz
Tel.: (06131) 86535
E-Mail: rreifenr@mainz-online.de
www.fledermausschutz-rlp.de

Netzfangnacht mit 680 Fledermäusen in 10 Arten

Ein Bericht vom Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz

Mayen und Niedermendig das pulsierende Herz des mitteleuropäischen Fledermausvorkommens!
Es gibt Gerüchte, dass die Quartiere trotz FFH in Gefahr sind.

Am 16.8.2003 wurde im Mayener Grubenfeld ein Netzfang parallel an 3 von derzeit 11 bekannten befliegbaren unterirdischen Hohlräumen durchgeführt. Erstmals wurde am im Frühjahr noch verschütteten Mauerstollen gefangen.

Das Ziel über 1000 Federmäuse in einer Nacht zu fangen haben wir am 16.8.2003 verfehlt. In 2003 war das Schwarmverhalten anders als in den Vorjahren; die Hauptflugaktivität fand in diesem Jahr offensichtlich früher als in den vergangenen Jahren statt. Dies erklärt sich durch den ungewöhnlich warmen Witterungsverlauf 2003. Die Geburten waren sehr früh, die Wochenstuben wurden eher aufgelöst. Das Schwarmverhalten hat spürbar früher begonnen.

Gefangen wurden 680 Fledermäuse in 10 Arten!

Trotz jahresbedingt veränderter Phänologie wurden in dieser Nacht mehr Fledermäuse gefangen, als jemals zuvor in Deutschland.

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Artenverteilung bei jedem Stollen regelmäßig, typisch und unterschiedlich zu den übrigen Stollen ist. Es gibt nahezu keine Überflüge zwischen den einzelnen Stollen, selbst wenn die Eingänge unmittelbar nebeneinander liegen. Von einer Nacht auf die nächste sind nahezu keine Wiederfänge möglich, da sich die schwärmenden Tiere stets austauschen. Selbst innerhalb einer Fangnacht gab es stets deutlich unter 2% Wiederfänge.

Einmal mehr hat sich bestätigt, dass jeder der Stollen einzigartig und unersetzlich ist und eine eigene Fledermausfauna von europäischem Rang aufweist!

Wie absurd die wiederholt von unterschiedlicher Seite geäußerte Meinung ist, man könne einen Stollen abbauen und die Fledermäuse auf diese Weise in einen anderen Stollen umsiedeln, wird selbst dem Laien schnell durch die Fangergebnisse deutlich!

Gefangene Arten:
Großes Mausohr, Teichfledermaus, Bechsteinfledermaus, Fransenfledermaus, Wasserfledermaus, Große Bartfledermaus, Kleine Bartfledermaus, Braunes Langohr, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus

Fotos:
Rainer Geiermann, Buchholz

Verflogen: Die Zeit der „Fledermaus-Invasionen“ ist wieder gekommen

Alljährlich fliegen einzelne Fledermäuse oder auch Gruppen der Tiere in Wohnungen ein.

Diese „Invasionen“ finden besonders im August aber auch bis Mitte September bei gutem Wetter statt. Es sind meist größere Gruppen von Zwergfledermäusen, die in der Nacht durch ein geöffnetes, besonders aber durch ein auf Kipp gestelltes Fenster in die menschlichen Behausungen einfliegen. Dort hängen sie sich in Gardinen und Vorhänge, um den Tag zu verschlafen.

Um derartige Einflüge zu verhindern sollten nachts die Fenster nicht auf Kipp gestellt werden. Dies ist bei den momentan herrschenden Temperaturen leider unangenehm. Falls Rollläden vorhanden sind, können diese auf Spalt heruntergelassen werden. Die Fledermäuse kommen dann nicht in die Zimmer. Ein Fliegengitter vor dem Fenster hilft sehr gut. Besonders in Räumen, die nicht in der Nacht nicht genutzt werden (Büroräume), sollte das Fenster nachts geschlossen sein. Im Falle einer Urlaubsreise ist es wichtig, dass die Fenster geschlossen sind. Sie könnten sonst bei der Wiederkehr eine Überraschung erleben.

Im Spätsommer lösen sich die Wochenstubengesellschaften der Zwergfledermäuse auf und besonders die jungen und unerfahrenen Tiere suchen sich unsere Wohnungen als Zwischenquartiere aus. Fledermäuse erscheinen dabei sehr klein, sobald die Tiere fliegen können, sind sie jedoch ausgewachsen.

Die Wochenstubenquartiere beziehen Zwergfledermäuse in Spaltenverstecken in und an Häusern. Sie nutzen Ritzen unter Flachdächern, hinter Verschalungen oder in Rollladenkästen. In diesen Ritzen ziehen die Weibchen im Juni und Juli ihre Jungen auf.

Im August fliegen die Jungtiere dann ihrer eigenen Wege. Sie sind dabei noch unerfahren, was das Auffinden geeigneter Verstecke anbelangt. Ein gekipptes Fenster sieht ihrem Sommerquartier, in dem sie geboren wurden, recht ähnlich, so dass die Tiere in dem Glauben, ein gutes Versteck gefunden zu haben dort hineinfliegen und sich in den Gardinen hängend zum Tagesschlaf begeben.

Bitte bewahren Sie in einem solchen Fall die Ruhe und lassen Sie die Fledermäuse hängen. Die Tiere sind vollkommen harmlos. Sie greifen Menschen nicht an!

Alle Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Auch wenn es gewiss Vorurteile und Ängste den Tieren gegenüber gibt, darf den Fledermäusen kein Leid angetan werden.

Im Falle einer solchen Invasion können Sie sich selbst helfen, indem Sie abends das Fenster weit öffnen. Die Fledermäuse verlassen meist von allein das Zimmer. Die Fledermäuse sind nicht in der Lage durch gekippte Fenster herauszufinden. Wenn alle Tiere ausgeflogen sind, schließen Sie das Fenster wieder und halten es am besten die folgenden Nächte geschlossen, da die Tiere sonst zurückkommen können; sie sind sehr ortstreu.

Bitte überzeugen Sie sich davon, dass alle Fledermäuse den Raum verlassen haben und sich keine Tiere mehr hinter Möbeln, Bildern oder in anderen Verstecken aufhalten (besonders in Vasen und anderen nach oben offenen Gefäßen nachschauen; Fledermausfallen!).

Wenn nötig, fassen Sie die Tiere bitte immer nur und mit Handschuhen oder einem Handtuch und sehr vorsichtig an, um sich und die Fledermäuse nicht zu verletzen! Die Tiere haben Angst und können sich durch kräftiges Beißen wehren.

Wenn Sie jedoch Probleme haben, die Fledermäuse bis zum Abend zu erdulden oder nicht wissen, wie Sie die Tiere zum Abflug bewegen sollen, benachrichtigen Sie bitte die fachkundigen Leute im Fledermausschutz.

Dr. Carsten Trappmann

Graues Langohr im Kreis Wesel entdeckt!

15 verschiede Fledermausarten waren bislang für den Kreis Wesel sicher nachgewiesen. Im Jahr 2003 konnte dieser Liste eine weitere Art hinzugefügt werden.

Erstmals im Februar diesen Jahres und in der Folge noch mehrfach gelang die Beobachtung des Grauen Langohrs (Plecotus austriacus), einer in ganz Nordrhein-Westfalen ausgesprochen seltenen Fledermausart. Die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten gibt Vorkommen lediglich aus dem Süden des Rheinlandes und aus dem östlichen Westfalen an.

Nachdem es im benachbarten Kreis Kleve schon Funde dieser Fledermausart gegeben hatte, machten sich die Mitarbeiter der Biologischen Station innerhalb des Kreises Wesel auf die Suche nach dieser Besonderheit und landeten schon beim ersten Versuch einen Treffer: Auf dem Dach der Pfarrkirche in Marienbaum gelang die erste sichere Bestimmung dieser Art für den Kreis Wesel. Weitere Funde, unter anderem im Xantener Dom und in der evangelischen Pfarrkirche in Hamminkeln zeigen, dass die Art wesentlich weiter verbreitet ist, als bisher angenommen. In den nächsten Monaten werden weitere, mögliche Standorte untersucht.

Das Graue Langohr lebt in Mitteleuropa ausschließlich in Gebäuden. Vor allem in den großen Dachräumen von Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern könnte man sie finden. Doch gehört eine Portion Glück und viel Geduld dazu, die heimlichen Tierchen zu entdecken. Denn fast immer verbergen sie sich in engen Spalten oder winzigen Hohlräumen der großen Dächer. Dort fahnden die Fledermauskundler auch nicht an der Decke sonder untersuchen erst den Boden nach den charakteristisch geformten Kotkrümeln der Fledermäuse. Wenn diese entdeckt sind, geht der Blick nach oben, doch auch dann ist es nur selten, dass man eines der Tiere zu Gesicht bekommt.

Unklar ist bisher noch der Staus dieser Art im Kreis Wesel. Handelt es sich bei den beobachteten Tieren um einzelne Männchen oder kleine Männchengruppen, oder vielleicht sogar um Fortpflanzungsquartiere, die so genannten Wochenstuben?

Wer evtl. Informationen über diese Fledermausart hat, kann diese an Paul Schnitzler, Biologische Station Wesel, unter der Tel. Nr. 0281 / 96252-15, weitergeben.

Paul Schnitzler

Flugtraining – Die große Voliere in Tübingen ist einsatzbereit!

Ein Bericht von Ewald Müller,
Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg (AGF),
erschienen in DER FLATTERMANN – Nr. 14(2), 2002
Mit viel Einsatz wurde in diesem Jahr die große Voliere in Tübingen einsatzbereit gemacht.

Schließlich hat es doch wesentlich mehr Mühe gekostet, die Anlage, die fast vierzig Jahre lang einen Dornröschenschlaf gehalten hatte, so weit zu renovieren, dass jetzt auch für große und schnellfliegende Arten wie Mausohr und Großer Abendsegler ein Raum mit ausreichendem Volumen für das Flugtraining zur Verfügung steht.

Die Tübinger Gruppe, die sich um die Pflege- und Aufzuchtstation der AGF („Flederhaus“) kümmert, hat zusammen mit weiteren Helfern unter der Regie von Herrn Seifried hierfür rund 350 Arbeitsstunden investiert. Ihnen allen sowie der Stadt Tübingen und diversen Handwerksbetrieben, die uns in großzügiger Weise unterstützten, möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken! Nur so war es möglich, die Kosten für die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten unter 700 EUR zu halten. Diese Kosten wurden vom „Förderverein Flederhaus“ übernommen.

Die AGF verfügt nun über eine in dieser Größe in Deutschland sicherlich einmalige Anlage. Mit der Stadt Tübingen als Eigentümerin wurde ein unbefristeter Mietvertrag abgeschlossen. Das Landratsamt Tübingen hat die erforderliche Genehmigung für den Betrieb von Flugvolieren erteilt. Für eventuell erforderliche tierärztliche Betreuung steht Frau Dr. Bendisch aus Tübingen bereit.

Für das Flugtraining stehen zwei Abteile zur Verfügung, von denen eine mit einer Länge von 12 m, einer Tiefe von 8 m und einer Höhe von 2,9 m ein Raumvolumen von knapp 280 m³ aufweist. Mausohren, eine Breitflügelfledermaus und Große Abendsegler haben uns bereits gezeigt, dass sie in dieser Voliere hervorragende Flugmöglichkeiten haben.

In einem zweiten, kleineren Abteil mit einem Raumvolumen von ca. 70 m³ wurde ein Flugzelt mit den Maßen 6x2x2 Metern installiert. Darin haben bereits Zwerg- und Rauhautfledermäuse ihre Runden gedreht.

An einer Seite der Flugvolieren verläuft über die ganze Länge der Anlage (15 Meter) ein Versorgungs- und Beobachtungsraum. Der an den Versorgungstrakt anschließende Teil der Flugvolieren ist auf einer Tiefe von ca. zwei Metern überdacht, so dass die Fledermäuse sich bei Regen in trockene Bereiche zurückziehen können. Hier werden auch Futter und Wasser angeboten. An den drei übrigen Seiten umläuft die Volieren ein 1,5 m breiter Gang, der nach außen durch einen 3-4 Meter hohen Zaun begrenzt wird.

Das „Flederhaus“ bietet an, dass Pfleglinge in der neuen Anlage ein eventuell nötiges Flugtraining absolvieren können. Die Tiere müssen jedoch angeliefert und wieder abgeholt werden.

Vorherige Rücksprache mit Herrn Seifried, der die Anlage federführend bereut, ist erforderlich.
Kontakt:
Gerhard Seifried
Käsenbachstraße 31
72076 Tübingen

Notruftelefon Ingrid Kaipf, 0179/4972995

Text: Ewald Müller
Fotos: Ingrid Kaipf, Ewald Müller

Wochenstube vom Großen Abendsegler im Kreis Kleve

Liebe Fledermausfreunde,
in diesem Jahr habe ich wieder eine Wochenstube Abendsegler mit ca. 10 Weibchen. Die Jungen sind ca. 4 Wochen alt. Sie saßen in der gleichen Buntspechthöhle wie 2002. Inzwischen sind aber nur noch 2 Weibchen in der Höhle. Die anderen sind umgezogen, vermutlich wegen den heißen Wetters.

Ansonsten habe ich 6 Wochenstuben Fransenfledermäuse, erst 3 Wochenstuben Braune Langohren, nur zweimal Wasserfledermauswochenstuben (0,56 statt in 2002: 0,103). Mit den Grauen Langohren bin ich noch beschäftigt. Erstaunlich groß sind die Zwergfledermauswochenstuben Geldern 88 (statt 60 in 2002) und 62 (statt 50) in Issum-Sevelen.

Auf dem Bild sieht man deutlich eine alte Rotbuche, die von Spuren der Wasserfledermäuse gezeichnet ist. Es handelt sich um eine alte Grünspechthöhle, die bis auf einen Spalt zugewachsen ist und nach oben ca. 30 cm ausgefault ist.

Der Einschlupfspalt wird von mir jährlich auf Löffelgröße vergrößert, um die Wochenstube zu säubern. Im Jahr 2002 hielten sich dort 27 Weibchen Wasserfledermäuse und 10 Abendsegler-Weichen gleichzeitig während der Schwangerschaft auf. Zur Wochenstubenzeit zogen die Abendsegler auf die Rückseite des Baumes in eine relativ neue Buntspechthöhle um.

In 2003 blieben die Abendsegler unter sich in den gleichen Höhlen. Dazu siedelte sich noch eine Männchengruppe von 11 Abendseglern in einer Buntspechthöhle direkt darüber an. Am 11. 6. 03 flogen 10 Weibchen aus, am 20.6.03 allerdings nur noch zwei. Vermutlich war das heiße Wetter am Umzug schuld. Auch die Männchen waren umgezogen. Ich konnte beim bloßen Schauen in die Wochenstubenhöhle ein Jungtier erkennen. Es war noch rosa-hautfarben und hatte einen spärlichen Haarwuchs.

Hermann-Josef Windeln

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