Urteil: Forstwirtschaft in Schutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung

Oberverwaltungsgericht (OVG Bautzen) und Europäischer Gerichtshof (EuGH) bestätigen per Urteil, das Forstwirtschaft in europäischen Naturschutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung erfolgen darf!

Oberverwaltungsgericht Bautzen stoppt Forstwirtschaft im Leipziger Auwald

Mit heute den Beteiligten bekannt gegebenem Beschluss vom 09.06.2020 hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG Bautzen) der Beschwerde der Grünen Liga Sachsen e.V. im Verfahren gegen die Stadt Leipzig wegen deren Forstwirtschaftsplanung stattgegeben. Infolge dieser Entscheidung darf die Stadt innerhalb des weiträumig geschützten Leipziger Auwaldes von einigen Maßnahmen der Verkehrssicherung abgesehen keine Fällungen mehr durchführen, bevor sie nicht eine Verträglichkeitsuntersuchung nach Maßgabe der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) durchführt.

Die Grüne Liga richtete sich mit ihrer Beschwerde gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Leipzigs (VG Leipzig, Beschluss v. 9.10.2019, Az.: 1 L 1315/18). Das VG Leipzig hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass der streitige Forstwirtschaftsplan 2018 keiner Verträglichkeitsuntersuchung bedarf, obwohl eine massive Entnahme von Holz in nach dem Europarecht streng geschützten Gebieten des Leipziger Auwaldes erfolgen sollte.

Die Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB (Würzburg/Leipzig/Hannover/Mainz) hat für die Grüne Liga Sachsen e.V. gegen diesen Beschluss Beschwerde erhoben und nun beim OVG Bautzen Recht bekommen. Denn wie das Gericht betont, darf die forstwirtschaftliche Planung nicht durchgeführt werden, solange nicht im Wege einer Verträglichkeitsprüfung geklärt wird, ob die Baumfällungen auf geschützte Arten und Lebensräume erhebliche Auswirkungen haben. Damit steht auch fest, dass die Stadt diese Verträglichkeitsuntersuchung nicht einfach mit dem Argument umgehen kann, dass diese Baumfällungen dem Erhalt des Leipziger Auwaldes dienen.

„Baumfällung werden keinen Auwald erhalten und sind hierfür nicht notwendig. Dass die langjährigen massiven Eingriffe nun auch gerichtlich gestoppt wurden, sollte nun endlich auch in Leipzig zu einem Umdenken führen“, sagt Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen e.V.

Zuvor hatte die Stadt Leipzig die umstrittenen forstwirtschaftlichen Eingriffe bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung ausgesetzt. Das Gericht hielt die Begründung der Stadt Leipzig für das Unterlassen der gebotenen Verträglichkeitsprüfung, nämlich dass die massiven forstwirtschaftlichen Eingriffe der Verwaltung und Erhaltung des Gebiets dienen würden und daher von der Pflicht zur Durchführung einer habitatschutzrechtlichen Verträglichkeitsprüfung befreit wären, für weitgehend nicht überzeugend. Die Grüne Liga hatte dagegengehalten, die Stadt würde ihre forstwirtschaftlichen Maßnahmen ohne geeignete Datengrundlage durchführen und es fehle an der erforderlichen Gewissheit, dass erhebliche Auswirkungen auf Arten und Lebensräume nicht eintreten.

„Dass erst das OVG entscheiden musste, ist erstaunlich, denn bereits im Jahr 2018 hat der EuGH in einem ganz ähnlichen Fall entschieden, dass Forstwirtschaft in europäischen Naturschutzgebieten nicht ohne Verträglichkeitsprüfung erfolgen darf. Aber weder die Stadt Leipzig noch das VG Leipzig wollten anerkennen, dass Forstwirtschaft geeignet sein kann, die Erhaltungsziele von Natura-2000-Gebieten erheblich zu beeinträchtigen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass das OVG Bautzen nun Klarheit geschaffen hat und unseren wesentlichen Argumenten gefolgt ist. Die Entscheidung hat bundesweite Signalwirkung, denn nun ist eindeutig, dass auch in Deutschland forstliche Eingriffe in Schutzgebiete einer Verträglichkeitsprüfung bedürfen, die auf einer aktuellen Tatsachengrundlage beruhen muss und alle potentiell negativen Auswirkungen, welche die Forstwirtschaft verursachen kann, entsprechend prüfen muss. Die Bedeutung der heutigen Entscheidung ist deshalb kaum zu überschätzen.“ kommentiert RAin Dr. Franziska Heß, Fachanwältin für Verwaltungsrecht und Partnerin der Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, die Entscheidung.

Quelle: Pressemitteilung der Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, Annastraße 28, 97072 Würzburg vom 16. Juni 2020.

Oberverwaltungsgericht Bautzen stoppt Forstwirtschaft im Leipziger Auwald

Einheimische Fledermäuse und SARS-Coronavirus 2

Einheimische Fledermäuse sind nicht mit SARS-CoV 2 infiziert.

In den Medien werden Fledermäuse regelmäßig als der Ursprung des neuartigen humanen Virus SARS-CoV 2 (SARS-Coronavirus 2) bezeichnet. Diese oft reißerische und stark vereinfachte Darstellung eines komplexeren Sachverhalts erzeugt falsche Vorstellungen, grundlose Vorbehalte und zunehmende Antipathien gegenüber einheimischen Fledermäusen. Fledermäuse aufgrund einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr zu bekämpfen, ist völlig unbegründet und zudem in Deutschland und in der gesamten EU strafbar.

Hier finden Sie die Fakten:

  1. Einheimische Fledermäuse sind nicht mit SARS-CoV 2 infiziert.
  2. Das humane SARS-CoV 2 ist genetisch eng mit Viren von Wildtieren verwandt, der genaue Ursprung von SARS-CoV 2 oder dessen Vorläufer ist nach wie vor ungeklärt.
  3. Eine Übertragung von SARS-CoV-ähnlichen Viren aus Fledermäusen direkt auf Menschen ist sehr unwahrscheinlich.
  4. Ein Muster vergangener Zoonosen ist die Bedeutung von Massentierhaltungen (z.B. im Falle der Schweinegrippe) und Wildtiermärkten, auf denen Wildtiere lebend, frisch geschlachtet oder zubereitet zum Verkauf angeboten werden.
  5. Fledermäuse aufgrund einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr zu bekämpfen, ist völlig unbegründet und strafbar.
  6. Das Naturschutz-Ehrenamt ist mit der universitären und außeruniversitären Forschung eng vernetzt und unterstützt die Wissenschaft.
  7. Es ist unwahrscheinlich, dass Coronaviren aus Fledermauskot eine unmittelbare Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen.
  8. Nach bisherigen Erkenntnissen sind bei SARS-ähnlichen Coronaviren immer Zwischenwirte im Rahmen mehrerer zoonotischer Übergänge notwendig, um einen humanpathogenen Erreger entstehen zu lassen.
  9. Fledermäuse sind weltweit wichtige und unverzichtbare Akteure in Ökosystemen.
  10. Die Wahrscheinlichkeit von zoonotischen Pandemien kann in Zukunft verringert werden, indem der Naturschutz und Tierschutz verbessert werden.

 

  1. Einheimische Fledermausarten sind nicht mit SARS-CoV 2 infiziert. Es konnten zwar verschiedene Coronaviren in heimischen Fledermausarten nachgewiesen werden. Diese sind jedoch nur entfernt mit humanen SARS-Coronaviren verwandt und daher für Menschen irrelevant [3]. Erste Infektionsversuche an Ägyptischen Nilflughunden mit SARS-CoV 2 waren zwar erfolgreich, die Tiere zeigten aber keine Symptome und übertrugen die Infektion nicht effektiv auf ihre Artgenossen [4]. Dies könnte am Umstand liegen, dass die Bindungsregionen des Virus nicht effektiv an entsprechende Rezeptoren der Fledermäuse koppeln [5].
  2. Das humane SARS-CoV 2 ist genetisch eng mit Viren aus dem Tierreich verwandt, der unmittelbare Ursprung von SARS-CoV 2 ist aber nach wie vor nicht zweifellos geklärt. Genetisch ähnliche Viren finden sich beispielsweise bei in China vorkommenden Hufeisennasen (Rhinolophidae) [6] und in Schuppentieren [7]. Es ist wahrscheinlich, dass das Virus zwar in einem Wildtier seinen Ursprung hatte, sich dann aber schrittweise – erst in einem Zwischenwirt und nach der Übertragung auf den Menschen dann im Menschen selbst – so verändert hat, dass es im Menschen Covid-19 auslösen konnte und die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch möglich wurde [5].
  3. Eine Übertragung von SARS-CoV-ähnlichen Viren aus Fledermäusen direkt auf Menschen ist sehr unwahrscheinlich. SARS-CoV-ähnliche Viren aus asiatischen Hufeisennasen können nicht in menschliche Zellen eindringen, da Oberflächenproteine von SARS-CoV-ähnlichen Viren nicht effizient an entsprechende Enzyme (humanes ACE2) des Lungenepithels des Menschen binden können [5,8]. Deswegen sind selbst genetisch eng verwandte SARS-CoV-ähnliche Viren, die bei Hufeisennasen gefunden wurden, für Menschen nicht unmittelbar infektiös [5].
  4. Ein Muster vergangener Zoonosen ist die Bedeutung von Massentierhaltungen (z.B. im Falle der Schweinegrippe) und Wildtiermärkten, auf denen Wildtiere lebend, frisch geschlachtet oder zubereitet zum Verkauf angeboten werden. Hier können, wie im Fall von SARS-CoV 1 und sehr wahrscheinlich auch von SARS-CoV 2, Krankheitserreger durch Wirtswechsel schnell mutieren und sich ausbreiten [10]. Durch genetische Untersuchungen am SARS-CoV 1, das bereits vor knapp 20 Jahren in China erstmals auftrat, konnte gezeigt werden, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit Schleichkatzen (Viverridae) als Zwischenwirt für ein Fledermausvirus fungierten [9,10]. Von Schleichkatzen ist dieses Virus auf den Menschen übergesprungen (zoonotischer Übergang) und war dann in der Lage, sich von Mensch zu Mensch zu verbreiten.
  5. Fledermäuse aufgrund einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr zu bekämpfen, ist völlig unbegründet [11]. Dies ist zudem in Deutschland und in der gesamten EU strafbar. Nicht die Fledermäuse mit ihrer natürlich gewachsenen viralen Vielfalt sind der Kern des Problems [2], sondern der Mensch, der durch seinen Umgang mit den Tieren, sein unbarmherziges Ausbeuten von natürlichen Ressourcen und der damit verbundenen weltweiten Zerstörung intakter Ökosysteme, ein erhöhtes Risiko von zoonotischen Pandemien erzeugt [12].
  6. Das Naturschutz-Ehrenamt ist mit der universitären und außeruniversitären Forschung eng vernetzt und unterstützt die Wissenschaft. Die Erkenntnisse aus der Erforschung der viralen Vielfalt von Fledermäusen, insbesondere nach dem Auftreten von SARS-CoV 1, haben dazu beigetragen, dass in Deutschland bereits kurz nach dem Auftreten von SARS-CoV 2 Testverfahren zum Nachweis infizierter Personen flächendeckend in Laboren zur Verfügung standen, noch bevor überhaupt SARS-CoV 2 Viren in Deutschland auftauchten. Die Ausbreitung der Krankheit Covid-19 konnte daher durch sehr gute Labordiagnostik in Deutschland von Beginn an beobachtet werden [16,17]. Auch weiterhin unterstützt der ehrenamtliche Fledermausschutz die Erforschung von Coronaviren bei Fledermäusen.
  7. Es ist unwahrscheinlich, dass Coronaviren aus Fledermauskot eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen. Genetisch können humane SARS-Coronaviren in großen Mengen im Stuhl von PatientInnen nachgewiesen werden [5,8]. In frischem Kot von einheimischen Fledermäusen wurden nur geringe Mengen von verschiedenen Coronaviren (nicht SARS-CoV 2) nachgewiesen [3,18], welche nach bisherigen Kenntnissen für den Menschen nicht gefährlich sind. Dies legt den Schluss nahe, dass von Fledermauskot hinsichtlich Coronaviren keine unmittelbare Gefahr ausgeht. Es sei dennoch darauf hingewiesen, dass beim Umgang mit Fledermauskot immer grundlegende Schutzmaßnahmen beachtet werden sollten, da generell von Wildtieren stammender Kot möglicherweise andere Krankheitserreger beherbergen könnte [19]. Die üblichen Hygienevorschriften sind auf jeden Fall zu beachten.
  8. Nach bisherigen Erkenntnissen sind bei SARS-ähnlichen Coronaviren immer Zwischenwirte im Rahmen mehrerer zoonotischer Übergänge notwendig, um einen humanpathogenen Erreger entstehen zu lassen [5,8]. Jedoch sollte im Aufklärungsgespräch ggf. auf die Möglichkeit einer Übertragung von Tollwutviren durch den Biss einer infizierten Fledermaus hingewiesen werden, denn dies sind die bislang einzig bekannten Viren in Fledermäusen, die Menschen direkt infizieren können. Nach einem Biss durch eine Fledermaus lässt sich durch eine unmittelbare Nachimpfung die Gesundheit des Betroffenen wirksam schützen. Allerdings kommen Fledermäuse in der Regel kaum mit Menschen in Kontakt, da die Tiere scheu sind und im Verborgenen leben. Für Personen, die aufgrund ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit im Fledermausschutz häufig mit Fledermäusen in Berührung kommen, gibt es die Möglichkeit einer Impfung, die wir dringend anraten. An dieser Stelle sei auf die Informationsmöglichkeiten durch das Friedrich-Loeffler-Institut und das Robert-Koch-Institut verwiesen [20,21].
  9. Fledermäuse sind weltweit wichtige und unverzichtbare Akteure in Ökosystemen. Sie regulieren Schadinsekten in der Land- und Forstwirtschaft und sind in subtropischen und tropischen Ökosystemen von besonderer Bedeutung für die Verbreitung von Pflanzensamen und die Bestäubung wichtiger Nutzpflanzen [12,13,14]. Aufgrund ihrer Biologie als fliegende Säugetiere und ihrer besonderen Sozialstrukturen (Fortpflanzungs- und Winterschlafgesellschaften in relativ großen Gruppen) haben sie im Laufe ihrer Evolution Eigenschaften erworben, die Ihnen bei der Eindämmung von Krankheitserregern große Vorteile bieten. Die Wissenschaft steht erst am Anfang, diese Anpassungen zu verstehen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die für die Human- und Tiermedizin äußerst wertvoll sind.
  10. Die Wahrscheinlichkeit von zoonotischen Pandemien kann in Zukunft verringert werden. Dazu ist es nötig, die Biodiversität in Natur- und Kulturlandschaften wirksamer zu schützen, in denen Tiere vom Menschen ungestört leben können. Dies sollte aus der Einsicht heraus erfolgen, dass intakte Lebensräume, inklusive einer hohen Vielfalt an darin vorkommenden Wildtierarten, langfristig auch für die menschliche Gesundheit wichtig sind. Es ist dringend notwendig, sowohl dem Arten- als auch dem Tierschutz einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft zu geben. Darüber hinaus ist es wichtig, die Jagd, den Handel und die Verwendung von Wildtieren mit zoonotischem Potenzial weltweit zu regulieren und stark einzuschränken.

Quellen:

  1. Presseinformationen
    a: Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V.: https://bvfledermaus.de/wp-content/uploads/2020/02/2020-BVF-Fledermaeuse-und-Coronaviren-Keine-Angst-vor-Batman.pdf
    b: Fledermaus-Zentrum Bad Segeberg: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2614615788664796&id=100003492006117
    c: Koordinationsstellen Fledermausschutz Bayern: https://www.tierphys.nat.fau.de/fledermausschutz
    d: Deutsche Fledermauswarte: https://www.deutsche-fledermauswarte.org/single-post/2020/02/01/Corona-Ausbruch-im-Zusammenhang-mit-Flederm%C3%A4usen
    e: Leibniz-IZW Berlin: http://www.izw-berlin.de/pressemitteilung/informationen-zum-coronavirus-sars-cov-2covid-19.html
  2. López-Baucells A, Rocha R, Fernández-Llamazares Á. 2018 When bats go viral: negative framings in virological research imperil bat conservation. Mam Rev 48, 62–66. (doi:10.1111/mam.12110)
  3. Gloza-Rausch F et al. 2008 Detection and Prevalence Patterns of Group I Coronaviruses in Bats, Northern Germany. Emerg. Infect. Dis. 14, 626–631. (doi:10.3201/eid1404.071439)
  4. Friedrich-Loeffler-Institut 2020: Pressemitteilung vom 03.04.2020. https://www.fli.de/de/presse/pressemitteilungen/presse-einzelansicht/neues-coronavirus-sars-cov-2-flughunde-und-frettchen-sind-empfaenglich-schweine-und-huehner-nicht/
  5. Andersen KG, Rambaut A, Lipkin WI, Holmes EC, Garry RF. 2020 The proximal origin of SARS-CoV-2. Nat Med (doi:10.1038/s41591-020-0820-9)
  6. Zhou P et al. 2020 A pneumonia outbreak associated with a new coronavirus of probable bat origin. Nature 579, 270–273. (doi:10.1038/s41586-020-2012-7)
  7. Lam, T T-Y, et al. (2020). Identifying SARS-CoV-2 related coronaviruses in Malayan pangolins. Nature.
  8. Wang L-F, Shi Z, Zhang S, Field H, Daszak P, Eaton B. 2006 Review of Bats and SARS. Emerg. Infect. Dis. 12, 1834–1840. (doi:10.3201/eid1212.060401)
  9. Guan Y. 2003 Isolation and Characterization of Viruses Related to the SARS Coronavirus from Animals in Southern China. Science 302, 276–278. (doi:10.1126/science.1087139)
  10. Cheng VCC, Lau SKP, Woo PCY, Yuen KY. 2007 Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus as an Agent of Emerging and Reemerging Infection. Clinical Microbiology Reviews 20, 660–694. (doi:10.1128/CMR.00023-07)
  11. Zhao H. 2020 COVID-19 drives new threat to bats in China. Science 367, 1436. (doi:10.1126/science.abb8034)
  12. Schmid J, Rasche A, Eibner G, Jeworowski L, Page RA, Corman VM, Drosten C, Sommer S. 2018 Ecological drivers of Hepacivirus infection in a neotropical rodent inhabiting landscapes with Informationsblatt – Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2 Seite 6 von 7 various degrees of human environmental change. Oecologia 188, 289–302. (doi:10.1007/s00442-018-4210-7)
  13. Ghanem SJ, Voigt CC. 2012 Increasing Awareness of Ecosystem Services Provided by Bats. In Advances in the Study of Behavior, pp. 279–302. Elsevier. (doi:10.1016/B978-0-12-394288-3.00007-1)
  14. Boyles; JG, Cryan; PM, McCracken; GF, Kunz TH. 2011 Economic Importance of Bats in Agriculture. Science 332, 41–42. (doi:10.1126/science.1201366)
  15. Riccucci M, Lanza B. 2014 Bats and insect pest control: a review. Vespertilio 17, 161–169.
  16. Drosten, C. mdl. Mittlg Coronavirusupdate NDR Podcast, Folge 16 März 2020, https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Die-Podcast-Folgen-als- Skript,podcastcoronavirus102.html
  17. Corman, VM, Landt, O, Kaiser, M, Molenkamp, R, Meijer, A, Chu, DK, … & Mulders, DG (2020). Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR. Eurosurveillance, 25(3).
  18. Fischer, K, Zeus, V, Kwasnitschka, L, Kerth, G, Haase, M, Groschup, MH and Balkema-Buschmann, A (2016). Insectivorous bats carry host specific astroviruses and coronaviruses across different regions in Germany. Infection, Genetics and Evolution 37, 108–116.
  19. Mühldorfer, K (2013). Bats and Bacterial Pathogens: A Review. Zoonoses and Public Health 60, 93–103.
  20. Informationsschrift Friedrich-Löffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit:Fledermäuse –Artenschutz und Tollwut, Stand: 20.08.2019.
  21. RKI 2018: Tollwutratgeber vom 23.01.2018. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html
  22. Woelfel, R, et al. 2020. Clinical presentation and virological assessment of hospitalized cases ofcoronavirus disease 2019 in a travel-associated transmission cluster. MedRxiv. doi: https://doi.org/10.1101/2020.03.05.20030502

Pressemitteilung von Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit:
https://www.bmu.de/pressemitteilung/schulze-weltweiter-naturschutz-kann-risiko-kuenftiger-seuchen-verringern/

Fakten-Download als PDF:
Informationsblatt – Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2
Kurzinfo – Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2

 

 

27. Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW

Das 27. Jahrestreffen des LFA Fledermausschutz wird am Samstag, den 21.11.2020 im Ratssaal Gladbeck, Willy-Brandt-Platz 2, 45964 Gladbeck stattfinden. Die Tagung wird von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Kreis Recklinghausen organisiert. Das Treffen wird wie üblich um 10:00 Uhr beginnen.

Diese Tagung ist keineswegs nur für Experten bestimmt. Gerade auch Neulinge im Fledermausschutz werden viele interessante Dinge erfahren.

Auch in diesem Jahr möchten wir Sie bitten, sich im Vorfeld für die Tagung anzumelden! Dies ist notwendig, da immer mehr Teilnehmer kommen, es soll den Ausrichtern vor Ort die Planung einfacher gestalten. Bei erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigungsmail. Die Anmeldung wird im Sommer freigeschaltet.

Die Teilnahme an der Tagung ist – wie in jedem Jahr – kostenlos. Getränke, Mittagessen, Kaffee und Kuchen müssen aber vor Ort bezahlt werden.

Wir möchten Sie bitten, sich rege an der Tagung zu beteiligen und auch das Programm abwechslungsreich mit zu gestalten. Möglichkeiten für Posterpräsentationen sind vor Ort gegeben.

Vorträge und auch Posterbeiträge bitte bei Carsten Trappmann Tel. 0251 / 88145 (am besten wochentags zw. 17.00 Uhr und 20.00 Uhr) oder per Mail unter „Trappmann@Fledermausschutz.deanmelden. Vor Ort steht ein Beamer mit Laptop zur Verfügung.

Vorläufiges Tagungsprogramm:

…folgt.

Seminar: Analyse von Fledermauskot und Baumhöhlenuntersuchungen

Fledermäuse wechseln ihre Quartiere häufig, so dass sie nur selten in Quartieren angetroffen werden. Oftmals lassen sich Fledermausquartiere aber anhand der Hinterlassenschaften (Kotpillen) nachweisen. Diese Kotkrümel können aufgrund des Fundortes, der Größe und Färbung Fledermausgruppen zugeordnet werden. Eine weitere Bestimmung bis hin zur Art erfordert jedoch meist die feinere Analyse der Kotpille. Hierbei werden die unverdaulichen Reste der Beute (Insekten und Spinnen) sowie die beim Putzen geschluckten Haare betrachtet. Im Rahmen des Seminars werden auch Baumhöhlen (auf Fledermauskot) untersucht. Anhand von gesammelten Kotpillen wird die Kotanalyse in praktischen Übungen vermittelt. Das Seminar richtet sich an Interessierte aus dem ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutz.

Freitag 07.02.2020 bis Sonntag 09.02.2020
Biologiezentrum Gut Bustedt, Hiddenhausen, Kreis Herford

Tagungskosten:
Workshopkosten: 280 €
BUND-Mitglieder 250 €
Bahnanreisende nach Absprache bis zu 60 € Ermäßigung.

Anmeldung:
Bernd Meier-Lammering
Tel.: 0521-2702069, Mobil: 0178 1210374
E-Mail: fledermausschutz@bund.net
Martin Starrach
Tel.: 05221-31022
E-Mail: biotopkartierung@arcor.de

Download: Programm (PDF)

26. Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW

29.10.2019: Diese Tagung ist bereits ausgebucht!

Die maximale Teilnehmerzahl ist leider erreicht, eine Anmeldung ist nun nicht mehr möglich.
Wir bitten um Ihr Verständnis

Das 26. Jahrestreffen des LFA Fledermausschutz wird am Samstag, den 23.11.2019 Umweltzentrum des Kreises Minden-Lübbecke auf „Gut Nordholz“ stattfinden. Die Tagung wird vom NABU Minden-Lübbecke organisiert. Das Treffen wird wie üblich um 10:00 Uhr beginnen.

Diese Tagung ist keineswegs nur für Experten bestimmt. Gerade auch Neulinge im Fledermausschutz werden viele interessante Dinge erfahren.

Auch in diesem Jahr möchten wir Sie bitten, sich im Vorfeld für die Tagung anzumelden!
Dies ist notwendig, da immer mehr Teilnehmer kommen, es soll den Ausrichtern vor Ort die Planung einfacher gestalten. Bei erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigungsmail. Bitte melden Sie sich bis zum Montag, den 18.11.2019 an. Ohne Anmeldung kann Ihnen kein Sitzplatz garantiert werden, da die räumlichen Kapazitäten uns dieses Jahr auf 70 Teilnehmer beschränken.

Die Teilnahme an der Tagung ist – wie in jedem Jahr – kostenlos. Getränke, Mittagessen, Kaffee und Kuchen müssen aber vor Ort bezahlt werden.

Wir möchten Sie bitten, sich rege an der Tagung zu beteiligen und auch das Programm abwechslungsreich mit zu gestalten. Möglichkeiten für Posterpräsentationen sind vor Ort gegeben.

Vorträge und auch Posterbeiträge bitte bei Carsten Trappmann Tel. 0251 / 88145 (am besten wochentags zw. 17.00 Uhr und 20.00 Uhr) oder per Mail unter „Trappmann@Fledermausschutz.deanmelden. Vor Ort steht ein Beamer mit Laptop zur Verfügung.

Hinweise zur Anreise:

Wir tagen auf „Gut Nordholz“ – Umweltzentrum des Kreises Minden-Lübbecke
Nordholz 5, 32425 Minden

Anfahrtsbeschreibung auf der Seite der Biologischen Station Minden-Lübbecke e. V.:
biostation-ml.de/kontakt/

Bitte nur auf dem ausgeschilderten Parkplatz und platzsparend parken!

Wer einen Shuttle-Service vom Bahnhof Minden benötigt, sollte sich bitte bis spätestens eine Woche vor der Tagung bei meier@fledermausschutz.de melden.

Anmeldung:

Die maximale Teilnehmerzahl ist leider erreicht, eine Anmeldung ist nun nicht mehr möglich.
Wir bitten um Ihr Verständnis

Vorläufiges Tagungsprogramm:

ZeitVortrag
10:00 UhrEröffnung der Tagung und Begrüßung der Teilnehmer
10:15 UhrDie Fledermäuse in Porta Westfalica im Spannungsfeld zwischen Tourismus und Naturschutz
Sandra Meier (NABU Minden-Lübbecke)
10:45 UhrNovellierung der Landesbauverordnung NRW
Axel Pottschmidt (Landesbüro der Naturschutzverbände NRW)
11:15 UhrKaffepause
11:45 UhrFrostschwärmen von Zwergfledermäusen - Phänomen einer Überwinterungsstrategie
Christian Giese (LFA Fledermausschutz NRW)
12:15 UhrNeues vom online-Meldesystem „nrw.observation.org“.
Christian Giese (LFA Fledermausschutz NRW), Dr. Jan Ole Kriegs (LWL-Museum für Naturkunde)
12:45 UhrMittagspause - Zeit zum Austausch
14:30 UhrFledermäuse und Klimawandel
Dr. Frauke Krüger (LFA Fledermausschutz NRW)
15:00 UhrErste Hilfe für Fledermäuse - viel mehr als "nur" Tierpflege
Tom Wegner (BAFF) & Manuela Menn (BAFF, Fledermaus-Ambulanz Viersen)
15:30 UhrErste Ergebnisse der Mausohrberingung in der Nordeifel" 2004 - 2018
Markus Thies (NABU Südeifel)
16:00 UhrKaffeepause
16:30 UhrWas Zähne erzählen können
Dr. Henning Vierhaus (LFA Fledermausschutz NRW)
17:00 UhrVerschiedenes, nächste LFA-Tagung, Tagungshinweise:
  • Winterquartierkontrollen & Salamanderfresser-Pilz
    Dr. Frauke Krüger
    (LFA Fledermausschutz NRW)
  • Ankündigung BFA-Tagung 2021
    Dr. Carsten Trappmann
    LFA Fledermausschutz NRW
  • Neuigkeiten aus Wissenschaft & Forschung
    Dr. Frauke Krüger (LFA Fledermausschutz NRW)
  • Neues zur Beringung in NRW
    Michael Straube
    (LFA Fledermausschutz NRW)
17:30 UhrEnde der Tagung

Bundesweites Projekt zum Fledermausschutz im Wald startet

Umweltminister Franz Untersteller, Landwirtschaftsminister Peter Hauk und NABU-Landeschef Johannes Enssle verkünden Projektauftakt zum Schutz der bedrohten Mopsfledermaus

Stuttgart – „Batman ist praktisch unverwundbar, echte Fledermäuse haben es leider deutlich schwerer: Die Hälfte der 27 in Deutschland nachgewiesenen Arten sind vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Deswegen engagieren wir uns als NABU-Landesverband in einem bundesweiten Projekt für den Schutz und die Förderung der Mopsfledermaus – gemeinsam mit der Landesforstverwaltung und mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums, des Landesumweltministeriums und des Ministeriums für Ländlichen Raum“, sagt der NABU- Landesvorsitzende Johannes Enssle. Die weiteren Verbundpartner des Projektes sind die Stiftung FLEDERMAUS (Projektkoordination), die Naturstiftung David, der NABU Niedersachsen sowie die Universität Greifswald.

Umweltminister Franz Untersteller MdL erläutert die Ziele des sechsjährigen Projekts: „Die Mopsfledermaus hat ihren europäischen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Für ihren Schutz haben wir deshalb eine besondere Verantwortung. Wir wollen mehr darüber herausfinden, wo die Mopsfledermaus in Deutschland und bei uns im Südwesten lebt, wo sie überwintert und wo sie sich fortpflanzt. Dieses Wissen wollen wir dann nutzen, um passgenaue Schutzmaßnahmen zu entwickeln und diese gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern vor Ort umzusetzen“, so Untersteller.

Forstminister Peter Hauk MdL ist stolz auf dieses besondere Projekt: „Unsere Wälder in Baden-Württemberg sind Multitalente: Sie liefern nicht nur den umweltfreundlichen Rohstoff Holz und sind Arbeitsplatz und Einkommensquelle für viele im Wald Beschäftigte. Sie sind auch ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Mopsfledermaus ist eine typische Waldfledermaus. Sie ist auch eine der 124 Waldzielarten im Artenschutzkonzept unseres Staatsforstbetriebs ForstBW. Das Projekt ergänzt daher in idealer Weise unsere Bemühungen zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt im Wald.“

Bund und Land fördern millionenschweres Projekt für sechs Jahre
Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bundesprogramms zur Biologischen Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie weiteren Partnern auf Länderebene mit einer Gesamtsumme von mehr als fünf Millionen Euro gefördert. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, überreichte den Fördermittelbescheid beim feierlichen Projektauftakt am 13. Mai 2019 im Festsaal des Schlosses Frankenhausen (Thüringen) am Fuße des fledermausreichen Kyffhäusers.

Der Anteil für Baden-Württemberg liegt bei mehr als 850.000 Euro. Daran beteiligen sich zwei baden-württembergische Landesministerien: Das Umweltministerium finanziert 15 Prozent, das Ministerium für Ländlichen Raum mit ForstBW und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt fünf Prozent. Der NABU Baden-Württemberg steuert fünf Prozent der Summe aus eigenen Mitteln bei.

Projekt erstellt bundesweite Mopsfledermaus-Karte
In den kommenden Monaten wollen die Projektbeteiligten mehr über bekannte Vorkommen der Mopsfledermaus erfahren und möglicherweise bisher unbekannte Kolonien entdecken. Dazu werden Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, ehrenamtlichem Naturschutz und der Wissenschaft spezielle Geräte – sogenannte Batcorder – an geeigneten Stellen im Wald aufhängen. Diese Aufnahmegeräte zeichnen über mehrere Tage hinweg die nächtliche Geräuschkulisse im Wald auf. Was Menschenohren nicht wahrnehmen können, machen diese Geräte hörbar: Wenn eine Mopsfledermaus im Waldesinneren oder über den Baumkronen Kleinschmetterlinge jagt und dazu ihren hohen Ortungslaut im Ultraschallbereich ausstößt, lässt sich das über die Tonaufnahmen nachweisen.

Diese Daten fließen dann zusammen, ergänzt um Informationen zur Waldstruktur in den Regionen mit bekannten Vorkommen. „Eine besondere Leistung des Projekts wird es sein, dass wir erstmals eine bundesweite Karte über die Lebensräume der Mopsfledermaus erstellen können. In einzelnen Modellregionen wollen wir dann gemeinsam mit unseren forstlichen Partnern gezielt Schutzmaßnahmen im Umkreis bekannter Vorkommen umsetzen. Dazu gehören unter anderem der Erhalt von Alt- und Totholz im Wald und die Flächensicherung durch Nutzungsverzicht. Außerdem wollen wir das Nahrungsangebot verbessern, indem wir Hecken, Kleingehölze, blütenreiche Wegsäume oder Waldtümpel anlegen. Mit Schulungen, Exkursionen und Tagungen informieren wir die breite Öffentlichkeit und das Fachpublikum“, erklärt Johannes Enssle.

Steckbrief: Die Mopsfledermaus
Die Mopsfledermaus verdankt ihren Namen der platten Nase. Weitere typische Merkmale sind die eng zusammenstehenden Ohren und die hellen Haarspitzen. Sie ist eng an reich strukturierte Wälder mit einem hohen Totholzanteil und alten Bäumen gebunden. Dort nutzt das Säugetier Spalten wie abstehende Rindenschuppen von abgestorbenen Bäumen im Frühjahr und Sommer als Quartier: In sogenannten Wochenstuben ziehen zwischen zehn und 20 Weibchen ihre Jungen gemeinsam auf. Manchmal nutzt die Mopsfledermaus dazu auch Spalten hinter Fensterläden von Häusern oder Holzverkleidungen von Scheunen. Ihren Winterschlaf verbringt sie in Höhlen, Kellern und alten Bunkeranlagen. Diese Quartiere gingen von den 1950er-Jahren bis in die 1970er an vielen Orten verloren, der Bestand der Art brach dramatisch ein.

Die Mopsfledermaus ernährt sich vorwiegend von Nachtfalterarten, insbesondere Kleinschmetterlingen – deshalb leidet sie besonders unter dem Rückgang der Insektenvielfalt. Weitere Gefährdungsfaktoren sind die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrstrassen und Siedlungen sowie niedrige Anteile an Alt- und Totholz in Wäldern. Der bundesweite Erhaltungszustand der Art gilt als ungünstig. Vorkommens-Schwerpunkte in Baden-Württemberg sind das Alb-Wutach-Gebiet sowie die Landkreise Ostalb, Neckar-Odenwald und Zollernalb.

Hintergrund: 
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Seit 2011 unterstützt das Bundesprogramm Biologische Vielfalt die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Das Programm fördert Maßnahmen, die dazu beitragen, den bundesweiten Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Wichtig sind dazu auch eine akzeptanz- und bewusstseinsbildende Öffentlichkeitsarbeit sowie die Vernetzung unterschiedlicher Akteure.  www.biologischevielfalt.bfn.de/ bundesprogramm.html

Projektinformationen
„Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“:

  • Förderschwerpunkt: Verantwortungsarten
  •  Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen
  • Laufzeit: 31.12.2018 bis 31.12.2024
  • Gesamt-Finanzvolumen: 5,44 Mio. €
  • Projektträger: Stiftung FLEDERMAUS, Naturstiftung David, NABU-Landesverbände Baden-Württemberg und Niedersachsen, Universität Greifswald
  • Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit; Bundesamt für Naturschutz; Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg; Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg; Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden Württemberg; Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz; Bayerischer Naturschutzfonds; Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Deutsche Wildtier Stiftung; Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Bauen; Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
  • Webseite (im Aufbau): www.Mopsfledermaus.de

 

Die Bechsteinfledermaus – eine Leitart für den Waldnaturschutz, Handbuch für die Praxis

Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus im europäischen Populationszentrum – Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung

Der Naturpark Rhein-Taunus hat sich zur Aufgabe gemacht, die seltene Bechsteinfledermaus als „Verantwortungsart“ in unseren Wäldern zu schützen und zu fördern. Dazu hat er ein Schutzprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz ins Leben gerufen:

„Förderung eines Kolonieverbundes der Bechsteinfledermaus
im europäischen Populationszentrum – 

Entwicklung und Umsetzung von effizienten Schutzmaßnahmen
zur Integration in die forstliche Bewirtschaftung“

Um eine bundesweite Wirkung zu erreichen, sollen die ausgearbeiteten Empfehlungen zur forstlichen Bewirtschaftung unter Berücksichtigung der Bechsteinfledermaus auf möglichst vielen Waldflächen zur integrierten Anwendung kommen. Durch den integrativen Charakter der Empfehlungen ist ein Multiplikationseffekt möglich, der eine bundesweite Wirkung auf die Vorkommen der Bechsteinfledermaus zur Folge haben könnte.

Entwicklung eines Leitfadens für die forstwirtschaftliche Praxis:

Um die Ergebnisse des Vorhabens praxisbezogen und für die Forstwirtschaft anwendbar darzustellen, wurde ein Leitfaden mit detaillierten Angaben zu forstlichen Kennwerten und Stellgrößen für unterschiedlich beschaffene Waldausprägungen zur Förderung der Bechsteinfledermaus ausgearbeitet.

Weiterhin wird die Entwicklung eines praxisnahen Prämienkatalogs angestrebt und in den Leitfadenintegriert, um die Vergütung von Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, die über ein wirtschaftlich tragbares Maß hinausgehen.

Mehr über das Projekt und das Handbuch zum kostenlosen Download finden Sie hier:

https://www.bechsteinfledermaus.eu/

Fledermaus-Fachzeitschrift „Nyctalus“ Band 19, Heft 2

Der Nyctalus Neue Folge – Internationale Fledermaus-Fachzeitschrift publiziert Beiträge und Artikel zur Artengruppe der Fledermäuse in deutscher und englischer Sprache. Die Inhalte umfassen weitgefächerte Themenfelder, wie Gefährdung, Schutz, Planung und Forschung im deutschsprachigen Raum sowie darüber hinaus. Die Zeitschrift spricht neben den ehrenamtlichen und wissenschaftlichen Autoren und Lesern auch Gutachter und Behörden an.

Alle veröffentlichten Artikel dienen nach Auffassung des Herausgebers der Verbreitung der natur- und artenschutzfachlichen sowie planerischen und wissenschaftlichen Praxis.

Die neue Ausgabe „Band 19, Heft 2“ kann bestellt werden.

Auszug aus dem aktuellen Inhalt:

GESSNER, B., THIES, M., & SCHNEIDER, S.: Erste Wochenstuben der Wimperfledermaus (Myotis emarginatus Geoffroy, 1806) für Rheinland-Pfalz im Bitburger Gutland (Eifelkreis Bitburg-Prüm)

WIESER, H., GÜNTHER, L., MAYER, F. & RIPPERGER, S.: Temperaturprofile künstlicher und natürlicher Fledermausquartiere in einem städtischen Waldhabitat (Königsheide Forst, Berlin)

von der HEIDE, K.: Lokalisierung fliegender Fledermäuse mit unsynchronisierten Ultraschallrecordern

Erfahrungsberichte

BROCKMANN, D. & ZÖPHEL, U.: Stand der Fledermausmarkierung in Ostdeutschland seit 2001

JENTKE, T., & DECHER, J.: Bericht aus der Fledermaus Beringungszentale Bonn

VLASCHENKO, A., & PRYLUTSKA, A.: Das Bat Rehabilitation Center des „Feldman Ecoparks“, Charkiw, Ukraine

HORN, J.: Erfahrungen zur Aufzucht, Pflege und Auswilderung von in Gefangenschaft geborenen Zweifarbfledermäusen (Vespertilio murinus)

Fledermaus-Artporträt

VIQUEZ-R, L., & TSCHAPKA, M.: Kleine mexikanische Blütenfledermaus Leptonycteris yerbabuenae (Martinez & Villa 1940)

Kurzmitteilungen

PELZ, G.: Erster Winterquartiernachweis der Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) im Land Brandenburg

PASSIOR, K.: Fund einer Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) in Hildesheim (Niedersachsen)

KERN, B.: Beobachtung von Lippenanhängen beim Großen Mausohr (Myotis myotis Borkhausen, 1797)

OTTO, A.: Graues Langohr (Plecotus austriacus) ertrinkt durch Fadenalgen (Zygnema spec.) im Gartenteich

HINKEL, A.: Der Hamburger Zoologin Erna Mohr (1894-1968) zum 50. Todestag

REINECKE, N. A.: Erste Nachweise von Wochenstuben der Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) in Hamburg – vom Fundtier zum Quartier

HOFFMEISTER, U.: Zwei bemerkenswerte Funde vom Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri) aus dem Bundesland Brandenburg (Deutschland) in der Provence-Alpes-Côte d’Azur (Frankreich)

BLOHM, T. & HEISE, G.: Zum Alter der Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)

BLOHM, T. & HAUF, H.: Neue Funde des Grauen Langohrs (Plecotus austriacus) in der Uckermark

BLOHM, T. & HAUF, h.: Nachweis einer überwinternden Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) in der Uckermark

PELZ, G.: Weiterer Fund einer Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) in Ligurien – Italien – aus Ostbrandenburg

OHLENDORF, B. & GATTUS, J.-C.: Langstreckenflug einer Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) aus dem Nationalpark Harz (Deutschland) in die Seealpen (Frankreich)

Bestellung und weitere Informationen:
https://nyctalus.com

14. BFA Fledermaus-Tagung in Hamburg

12. bis 14. April 2019 / Jetzt anmelden!

Der Bundesfachausschuss (BFA) Fledermausschutz des NABU versteht sich als bundesweite Ausstauschplattform für alle Fledermauskundler und -interessierten. Ziel ist es, Strukturen zur internationalen Zusammenarbeit zu schaffen und zu stärken. Die alle zwei Jahre stattfindende Fachtagung dient dem Austausch und der Information, sowie der Erstellung neuer Konzepte und Stellungnahmen zu relevanten Themen im Fledermausschutz. Es werden die neuesten Ergebnisse von Studien präsentiert und über aktuelle Themen im Fledermausschutz diskutiert. Die Veranstaltung bietet außerdem die Möglichkeit, lokale Projekte vorzustellen.

Erst seit 2017 findet die Tagung unter dem Namen BFA-Tagung statt. Bis dahin waren die Fledermauskundler als Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) im NABU vereint und entsprechend wurde eine BAG-Tagung organisiert.

Anmeldung, Programm und weiter Infos finden Sie hier:
https://hamburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/fledermausschutz/bfa-tagung/index.html

Fledermäuse und Licht: Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen in Beleuchtungsprojekten

Das Tempo, mit dem die Lichtverschmutzung zunimmt, ist größer als das globale Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung. Achtzig Prozent der Weltbevölkerung ist derzeit lichtverschmutzten Himmeln ausgesetzt, die Milchstraße ist für mehr als ein Drittel der Menschheit nicht mehr sichtbar.

Während die Umgebungsbedingungen in der Nacht sich dramatisch und schnell verändern, werden zirkadiane Rhythmen, Verhalten und Ökologie von Pflanzen und Tiere unmittelbar beeinflusst. Gleichzeitig werden die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung, verschiedener Beleuchtungsschemata und Spektren auf die Biodiversität, einschließlich Fledermäuse, derzeit nur unzureichend verstanden, wohingegen Entscheidungsträger und andere an Beleuchtungsprojekten beteiligte Parteien nur eine vage Vorstellung von erforderlichen Minderungs- und Kompensationsaktivitäten haben.

Obwohl die Fledermäuse fast ausschließlich nachtaktiv sind und extrem empfindlich auf die vielfältigen Auswirkungen der Lichtverschmutzung reagieren, werden ihre negativen Auswirkungen auf Fledermäuse neben den notwendigen Maßnahmen zum Schutz der unfragmentierten nächtlichen Landschaften dieser Tiere bei Folgeabschätzung, Planung und Umsetzung häufig außer Acht gelassen.

In diesem Band werden verfügbare Nachweise für die Wirkung von Kunstlicht in der Nacht auf die europäischen Fledermäuse zusammengestellt. Auf der Grundlage des aktuellen Wissensstands werden Lösungen vorgeschlagen, um mögliche nachteilige Auswirkungen von Beleuchtungsprojekten auf Fledermäuse und ihre funktionalen Lebensräume zu vermeiden, abzuschwächen und zu kompensieren. Wir haben auch Forschungsschwerpunkte für zukünftige Studien skizziert, die für ein tieferes Verständnis des Problems und die Bewertung der Effizienz der vorgeschlagenen Minderungsmaßnahmenerforderlich sind.

Es ist jedoch wichtig, den Erfolgsgrad der in diesem Dokument beschriebenen Minderungsstrategien zu messen und zu bestimmen, ob sie für Fledermäuse lokale und landschaftliche Vorteile bieten. Weiterhin ist es wichtig zu untersuchen, wie diese Maßnahmen verbessert werden können. Quantitative Bewertungen der Wirksamkeit von Minderungsmaßnahmen, die für die Weiterentwicklung und Verbesserung von Strategien für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sind, können nur erreicht werden, wenn strukturierte Daten von mehreren Standorten abgerufen werden.

Download: Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen bei Beleuchtungsprojekten (PDF)
Download: Guidelines for consideration of bats in lighting projects (PDF)
Voigt, C.C, C. Azam, J. Dekker, J. Ferguson, M. Fritze, S. Gazaryan, F. Hölker, G. Jones, N. Leader, D. Lewanzik, H.J.G.A. Limpens, F. Mathews, J. Rydell, H. Schofield, K. Spoelstra, M. Zagmajster (2018): Guidelines for consideration of bats in lighting projects. EUROBATS Publication Series No. 8. UNEP/EUROBATS Secretariat, Bonn, Germany, 62 pp.

Exemplare der Publikation sind im Internet erhältlich
EUROBATS-Sekretariat
UN-Umwelt
Campus der Vereinten Nationen
Platz der Vereinten Nationen 1
53113 Bonn, Deutschland
Tel (+49) 228 815 2421
Fax (+49) 228 815 2445
E-Mail an eurobats@eurobats.org
Web www.eurobats.org
ISBN 978-92-95058-39-2 (gedruckte Version)
ISBN 978-92-95058-40-8 (elektronische Version)

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