BFA Tagung 2017 in Wetzlar

Liebe Fledermausfreunde,
alle zwei Jahre treffen sich Fledermausforscher und -experten im Rahmen der bundesweiten Fachtagung des NABU-Bundesfachausschuss (BFA) Fledermäuse drei Tage lang in großer Runde, um über aktuelle Entwicklungen und neue Herausforderungen im Fledermausschutz zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Trotz der vielen Erfolge in den zurückliegenden Jahren, vor allem beim Quartierschutz und dem positiven Imagewandel gegenüber unseren Fledermäusen, kommen etwa mit dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien bei gleichzeitig fortschreitendem Verlust von Fledermauslebensräumen neue, noch unbewältigte Aufgaben auf uns zu.

Die Teilnahme Vieler an der spannenden und informativen BFA-Fachtagung vom 07. bis 09. April 2017 in der Stadthalle Wetzlar wird den Fledermausschutz voranbringen. Wir freuen uns sehr, Sie in Wetzlar begrüßen zu dürfen.

Informationen zu Programm, Anmeldung und Anfahrt finden Sie hier:
https://fledermaus-hessen.jimdo.com/termine/tagung-des-bundesfachausschuss/
Dr. Klaus Richarz
Geschäftsführer AGFH

Karl Kugelschafter
Sprecher BFA Fledermäuse

Tagung: Fledermäuse in der Eingriffsplanung

Fledermäuse in der Straßen- und Windkraftplanung, Grundlagen, Methodik und Vorgehensweisen:
Fachaustausch zur fledermauskundlichen Eingriffsplanung am 24. November 2016 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Gemäß § 44 (1) BNatSchG und Art. 12 der FFH-Richtlinie sind Auswirkungen von Eingriffen auf alle Fledermausarten zu berücksichtigen. Durch fortlaufend neue Erkenntnisse aus der Praxis sowie aus aktuellen Forschungsprojekten eröffnen sich neue Handlungsfelder für die Akteure im Verlauf des Planungs- und Umsetzungsprozesses von Eingriffsplanungsprojekten. Zielführende Vorgehensweisen und der Fragestellung entsprechende methodische Ansätze zur Erfassung von Fledermäusen im Rahmen von Straßenbauvorhaben beschäftigen uns aktuell genauso wie fortlaufend neue Erkenntnisse zur Funktionsraumnutzung und Wirkung von Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen „rund um die Straße“.

Im Rahmen von Forschungsprojekten wurden in den letzten Jahren bis heute wissenschaftliche Grundsteine gelegt um Lösungsansätze zu bieten, die dem Fledermausschutz im Rahmen der Windkraftplanung gerecht werden sollen. Darüber hinaus sind in der Planungs-Praxis viele Erfahrungen zur Methodik und Datenbewertung gesammelt worden. Diese Erkenntnisse sind in Handlungsanweisungen der Länder bezüglich Windkraft und Berücksichtigung der Fledermausfauna eingefl ossen. Es zeigt sich jedoch in der Anwendungspraxis, dass immer noch Grundlagenwissen zum Verhalten und zur Habitatnutzung von Fledermäusen fehlt, daher viele Fragen offen geblieben sind und wichtige Aspekte bisher nicht berücksichtigt wurden.

Unsere diesjährigen Referentinnen und Referenten stellen daher auch in diesem Jahr wieder neuwertige Erkenntnisse aus dem Themenfeld Windkraft und Fledermäuse vor. Neben hochaktuellen Erkenntnissen zum Verhalten des Großen Abendseglers und der Mopsfledermaus, möglich durch die Anwendung modernster Erfassungsmethoden sowie aktuellen Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen bei Errichtung von WEA im Wald hat das Gondelmonitoring einen Schwerpunkt. In diesem Jahr stehen wieder die informativen Vorträge unserer Referentinnen und Referenten im Vordergrund, die zu einer regen Diskussion anregen sollen. Angemessen lange Pausen und betreute Posterbeiträge sollen den Fachaustausch, auch über das Vortragsprogramm hinaus, fördern.

 

Programm
09:00 Uhr Tagungsbeginn
Tagungsbüro, Poster-Annahme, Freiraum für Gespräche, Getränketheke
09:30 Uhr Begrüßung
Saskia Helm, NUA NRW Sandra Meyer, Echolot GbR
Moderation: Myriam Hentrich, Echolot GbR

Themenblock I
Fledermäuse in der Straßenplanung, Grundlagen, Maßnahmen, Vorgehensweisen und Methoden

09:45 Uhr Fledermausquartiere in Brücken und Unterführungen – Artenspektrum, Funktionen, Fallbeispiele. Frauke Meier, Echolot GbR, Münster
10:15 Uhr Effizienz von Querungshilfen für Fledermäuse – Monitoringergebnisse aus NRW. Markus Dietz, Institut für Tierökologie und Naturbildung, Laubach-Gonterskirchen

10:45 Uhr Kaffeepause, Posterpräsentation

11:15 Uhr Die faunistische Planungsraumanalyse – Zur Vorbereitung der Vergabe von faunistischen Kartierungen. Brigitta Pies, Straßen NRW, Gelsenkirchen
11:45 Uhr Kann ich Fledermäuse richtig erfassen? oder: Standardisierung der akustischen Erfassung möglich? Ulrich Marcmann, NycNoc GmbH, Nürnberg/Bamberg; Volker Runkel, EcoObs GmbH

12:15 Uhr Mittagspause

13:15 Uhr Posterpräsentation

Themenblock II
Fledermäuse in der Windkraftplanung, Grundlagen, Maßnahmen, Gondelmonitoring

14:00 Uhr Jagdflüge großer Abendsegler – Eine feinskalige Betrachtung in 3D. Manuel Röleke, IZW, Berlin
14:30 Uhr Höhenmonitoring der Mopsfledermaus. Ergebnisse einer Untersuchung an Waldstandorten. Florian Molitor, Föa Trier

15:00 Uhr Kaffeepause, Posterpräsentation

15:45 Uhr Fledermäuse und Windkraft im Wald. Überblick über die Ergebnisse eines Forschungsvorhabens des BfN. Ruth Petermann, BfN, Bonn
16:15 Uhr Die Software ProBat: Fragen und Antworten aus der Praxis. Oliver Behr, Uni Erlangen

ca. 17:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Tagungsstätte
Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen

Leitung
Frauke Meier, Echolot GbR
Saskia Helm, NUA NRW

Anmeldung
bei der NUA online unter
http://138.201.92.215/prod/Anmeldung.aspx?vstg=29148,
mit beiliegendem Anmeldebogen per Post oder per Fax unter 02361/ 305-3340.

Anmeldschluss: 10. November 2016
Begrenzte Teilnehmerzahl! Zur Tagung liegen schon jetzt über 120 Anmeldungen vor. Zur Sicherung eines Tagungsplatzes bitten wir um sehr zeitnahe Anmeldung.

Teilnehmerkreis
Vertreterinnen/Vertreter aus Behörden, Landschaftsplanungs- und Gutachterbüros, Verbänden etc.

Organisatorische Fragen beantwortet
Andrea Balzer, Tel. 02361/ 305-3345
E-Mail andrea.balzer@nua.nrw.de

Fachliche Rückfragen beantwortet
Echolot GbR, Tel. 0251/ 618971-20,
E-Mail info@buero-echolot.de, www.buero-echolot.de

Kosten
Es wird ein Teilnahmebeitrag von 35 € erhoben. Der Betrag ist bar vor Ort zu entrichten. Im Beitrag sind ein Mittagessen (auch vegetarisch) und warme und kalte Getränke enthalten.

Download: 008-16_Flyer-mit-Anmeldung.pdf

AG Fledertierschutz auf dem 10. Münsterländer Apfeltag

Am Sonntag, den 09.10.2016 präsentiert sich die AG Fledertierschutz des NABU Münster auf dem 10. Münsterländer Apfeltag.

Die AG-Mitglieder stehen den Besucherinnen und Besuchern für Beratung rund um das Thema Fledermaus zur Verfügung. Es werden Ihnen u. a. unterschiedliche Fledermaus-Nisthilfen inkl. ihrer speziellen Funktionen präsentiert. Sie erfahren Interessantes über die Gefährdung und die Schutzmöglichkeiten unserer heimischen Fledermäuse. Sie können auch gezielt mit Ihren speziellen Fragen z.B. rund um das Thema Fledermausquartier am Gebäude zu uns kommen.

Besuchen Sie gerne unseren Infostand am Münsterländer Apfeltag:
http://www.nabu-muenster.de/10-m%C3%BCnsterl%C3%A4nder-apfeltag/

Bestimmungsbuch „Fledermäuse des Amazonas“

portada-abfg_01Nach einer nur dreijährigen wissenschaftlichen Untersuchung in einem der artenreichsten Ökosysteme unserer Erde haben die Autoren Adrià López-Baucells, Ricardo Rocha, Paulo Bobrowiec, Enrico Bernard, Jorge Palmeirim & Christoph Meyer u.v.m. das erste Bestimmungsbuch der „Fledermäuse des Amazonas“ geschaffen.

Neben äußerst beeidruckenden Fotos von Oriol Massana Valeriano entstand die erste systematische Rufdatenbank und ein  Bestimmungsschlüssel zu den Fledermausarten am Amazonas.

Dieses Bestimmungsbuch wird kontinuierlich erweitert und kann nun sogar kostenlos heruntergelanden werden: http://tropicalconservation.net/?page_id=10

Amazon Bats from Madalena Boto on Vimeo.

Soundtrack: ‚Dirty Paws‘ by Of Monsters and Men
iTunes – http://po.st/zzostC
Spotify – http://po.st/3M6Ib2

Jahrestreffen 2016 des LFA Fledermausschutz

[Update: 17.11.2016] Das Jahrestreffen 2016 des LFA Fledermausschutz wird am Samstag, den 19. 11. 2016 in Münster stattfinden. Diese Tagung wird in Kooperation mit dem NABU Münster und dem Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster (AG Tierökologie und multitrophische Interaktionen durchgeführt. Das Treffen wird wie üblich um 10:00 Uhr beginnen.

Wir treffen uns im Institut für Landschaftsökologie in Münster, Adresse: Heisenbergstraße 2, 48149 Münster. Eine Anfahrtsbeschreibung finden sie hier: http://www.uni-muenster.de/Landschaftsoekologie/anfahrt.html. Geokoordinaten: 51.9694, 7.5958

Es wird in den Pausen Kaffee, Tee und eine Kleinigkeit zu Essen geben. Ein Mittagsessen kann vor Ort erworben werden.

Programm der Jahrestagung des LFA Fledermausschutz

ZeitVortrag
10:00Eröffnung der Tagung und Begrüßung der Teilnehmer
durch Prof. Dr. Scherber vom Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster.
10:15Fledermausschutz und -forschung in Münster und Umgebung
Lena Grosche, Frauke Krüger, Frauke Meier (AG Fledermausschutz Münster)
10:45Projekt Fledermausfreundliches Haus NRW
Sarah Sherwin (NABU Landesgeschäftsstelle NRW)
11:15Kaffepause
11:45Fledermäuse und Tollwut
Dr. Gudrun Wibbelt (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung - IZW) Download
12:15Windkraft im Wald - Erfassungsstandards Fledermäuse
Johanna Hurst
12:45Der NABU-Fledermausbeauftragte stellt sich vor
Sebastian Kolberg (NABU Bundesverband)
13:15Mittagspause - Zeit zum Austausch
14:30Insektenrückgang in der Landschaft - ein menschengemachtes Problem?
Christoph Scherber (Institut für Landschaftsökologie Westfälische Wilhelms-Universität Münster) Download
15:00Fledermausquartier-Kontrollen aus 40 Jahren
Dr. Henning Vierhaus, Manfred Lindenschmidt, Reinhard Wohlgemuth Download
15:30Internet der Fledermäuse -
vernetzte Ultraschallrecorder zur Erfassung der Fledermausaktivität

Martin Koch, Peter Fischer & Simon Käfer (Bonner Arbeitskreis für Fledermausschutz - BAFF)
16:00Kaffeepause
16:30Bechsteinfledermäuse in NRW
Manuel Graf Download
17:00Verschiedenes
17:30Ende der Tagung

Download: Programm der 23. Jahrestagung des LFA Fledermausschutz NRW (PDF)

anfahrt_23-jahrestagung-lfa-fledermausschutz-nrw-in-muenster

 

Fledermaus-Fotos auf Leinwand

Fledermaus-Fotos auf Leinwand von Dietmar Nill, einem besten deutschen Naturfotografen.

Durch den Kauf einer Leinwand mit Fledermausmotiv unterstützen Sie den Fledermausschutz.
Wir spenden 5,00 EUR pro verkaufter Leinwand mit einem Fledermausmotiv von Dietmar Nill an das BUND Fledermauszentrum Hannover.

Im BUND Fledermauszentrum Hannover werden verletzte Fledermäuse behandelt und für die Wiederauswilderung trainiert. Um dies zu leisten, ist enorm viel ehernamtlichs Engagement, aber auch finanzielle Unterstütung nötig.

Hier finden Sie zahreiche Motive und Formate:
https://www.foto-auf-leinwand.net/produkt-kategorie/motive/fotografie/dietmar-nill/

SSF BAT3 – Ein neuer Detektor

Grafische Darstellung der Fledermausrufe als Sono- und Spektrogramm.

Jetzt gibt es das Nachfolgemodell für den bekannten und beliebten SSF BAT2-Detektor mit vielen neuen Funktionen. Er ist handlicher als sein Vorgängerund kann sogar viel mehr!

Absolutes Highlight ist das große Farbdisplay mit Touch-Screen und grafischer Darstellung der Fledermausrufe als Sono- und Spektrogramm.

Passend dazu enthält der SSF BAT3 eine Fledermausdatenbank mit Informationen zu den in Europa vorkommenden Fledermausarten sowie einen MicroSD-Kartenleser zur Erweiterung der Datenbank mit Bildern.

Reduzierter Einführungspreis: bis zum 15.5.2016 für nur 264.00 Euro!

Alle Infos und Bestellung:
http://www.all-about-bats.net/dversand/iartikel.htm

bat3_detektor_hand_g

Schulungen zum „Fledermausbotschafter“ starten wieder

NABU bietet Einstieg in den aktiven Fledermausschutz

Der NABU NRW bietet ab April für naturinteressierte Bürgerinnen und Bürger wieder Schulungen zum Fledermausbotschafter an. Im Laufe von fünf ganztägigen Modulen, die an einem Wochenend-Tag stattfinden, lernen die Botschafter von erfahren Fledermausfachleuten Wissenswertes zur Ökologie und Lebensweise von Fledermäusen, über Artenschutzmaßnahmen, rechtliche Rahmenbedingungen und zur Umweltbildung. „Wenn die Botschafter das erste Mal eine lebendige Fledermaus sehen, ist die Sympathie für die Tiere geweckt“ sagt NABU-Projektkoordinatorin Sarah Sherwin.

Praktische Erfahrungen können die angehenden Fledermausbotschafter zum Beispiel bei der Fledermausexkursion mit Bat-Detektor sammeln. Dabei werden die Ultraschall-Laute der Fledermäuse für uns Menschen hörbar gemacht. Die Aufgabenbereiche, die sich den Fledermausbotschaftern nach der Ausbildung stellen, sind recht vielfältig. Je nach Wissensstand und Interesse können sie das Erlernte für praktische Tätigkeiten rund um die Quartierbetreuung nutzen oder auch für die Öffentlichkeitsarbeit, etwa in Schulen, Kitas oder bei Führungen.

Die Schulungen der Fledermausbotschafter sind Teil des vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium geförderten Projektes „Fledermausfreundliches Haus in NRW“. Seit dem Start im Jahr 2013 haben bereits 60 Bürgerinnen und Bürger die Ausbildung zum Fledermausbotschafter erfolgreich absolviert. Ziel der Schulungen ist es, den Fledermausschutz in allen Regionen Nordrhein-Westfalens zu stärken und interessierten Naturschützern eine Einstiegshilfe in den aktiven Fledermausschutz anzubieten. Fledermäuse wecken das Interesse vieler Menschen. Dabei tauchen häufig Fragen zu Fledermausquartieren am Haus, zu Krankheiten und zur Lebensweise dieser heimlichen Säugetiere auf, welche die ehrenamtlich aktiven Fledermausschützer gerne beantworten. „In den Sommermonaten, in denen die Jungtiere geboren und flugfähig werden, haben die Fledermausschützer alle Hände voll zu tun“ berichtet Sarah Sherwin. Da sei Verstärkung sehr willkommen.

Die nächsten Schulungen starten jeweils mit dem 1. Modul am

  • April 2016 in Köln
  • April 2016 in Münster
  • Mai 2016 in Detmold

 

Anmeldung und weitere Informationen:  

NABU NRW
Sarah Sherwin
Tel.: 0211-159251-50,
E-Mail: Sarah.Sherwin@NABU-NRW.de
www.fledermaus-willkommen.de

Große Hufeisennase überwintert erstmals im Mayener Grubenfeld

Mainz/Mayen – Nachdem im Herbst 2014 der erste Nachweis von Deutschlands seltenster Feldermausart, der Großen Hufeisennase, im Mayener Grubenfeld gelang, kommt es in diesem Winter zur nächsten Sensation: Erstmals wurde bei den jährlichen Kontrollen ein überwinterndes Tier dieser vom Aussterben bedrohten Art im NABU-Stollen gesichtet.

Bei der standardmäßigen Überprüfung tausender Fotos aus dem Herbst 2014, die von einer installierten Kamerafalle in einem der Stollen aufgenommen wurden, konnte Fledermausexperte Biologe Karl Kugelschafter damals den Einflug einer Großen Hufeisennase feststellen. Auch im vergangenen Herbst ließ sich die Art so erneut dokumentieren. Bei der jährlich stattfindenden Bestandsermittlung im Winter, stieß Dr. Andreas Kiefer nun aber auf ein überwinterndes Tier im Stollen.

Die nächste bekannte Sommerkolonie von Großen Hufeisennasen in der Region liegt in Luxemburg. „Tiere dieser Kolonie überwintern zwar regelmäßig in der Trierer Region, nach Mayen ist es aber noch ein gutes Stück weiter„, zeigt sich Dr. Andreas Kiefer, der ehem. Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Mayener Grubenfeld, freudig überrascht. Vereinzelt und sehr selten fänden sich Große Hufeisennasen im nördlichen Hunsrück und in der Eifel bei Mechernich. Bei diesen Funden handele es sich vermutlich um vagabundierende Tiere aus Luxemburg. „Nach ihren Stippvisiten in den vergangenen Herbsten, scheint sie Gefallen an den Mayener Stollen gefunden zu haben„, freut sich Kiefer weiter.

Zu den bislang 16 bekannten Arten des Mayener Grubenfeldes, von denen mehr als 50.000 Tiere aus 14 Arten alljährlich ihren Winterschlaf in den Stollen verbringen, gesellt sich seit diesem Winter nun also auch die Große Hufeisennase. „Dies untermauert erneut die deutschlandweite und grenzübergreifende Bedeutung des Mayener Grubenfeldes als Quartier für unsere Fledermäuse„, betont Kiefer.

Der NABU Rheinland-Pfalz führte im Mayener Grubenfeld von 2007 bis 2013 ein Naturschutzgroßprojekt durch, welches vom Bundesamt für Naturschutz, dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium und dem NABU Rheinland-Pfalz finanziert wurde. Dabei konnte das bedeutendste Fledermausquartier in Deutschland durch den Ankauf und die Sanierung der unterirdischen Stollen erhalten werden. Seitdem befinden sich Teile des Gebiets im Besitz des NABU.

 

Rückfragen
Dr. Andreas Kiefer, ehem. Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes Mayener Grubenfeld, Tel. +49 2672.90 899 09
Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz, Tel. +49 176.616 543 55

Foto: Große Hufeisennase von  Christian Dietz

Tollwut bei Fledermäusen in Südamerika

Bildzeitung titelt mit Horrormeldung aus Peru

Aus internationalen Medien (Reuters, The Guardian, Lateinamerikanische Presse) ist dabei herauszulesen, dass 12 Menschen in abgelegenen Dörfern der Achuar (eine indigene Gruppe) entlang des Amazonas in Peru, Region Loreto, in den letzten Monaten (seit September) an Tollwut gestorben sind. Weitere Personen wurden ebenfalls durch Bisse der Vampirfledermaus (Desmodus rotundus) infiziert. Unter der Toten waren auch drei Kinder.

Auch der Tot nur eines Kindes wiegt schwer, “ so der Gouverneur der Region Loreto, Fernando Melendez.“Heute erleben die Menschen Loretos eine Tragödie.

Mittlerweile läuft ein Impfprogramm des Gesundheitsministerium, dass den Menschen in den indigenen Dörfern, die häufig fernab von Straßen liegen, ermöglicht, geimpft zu werden. Weitere Millionen Impfstoffe wurden in die Region transportiert, so der Gesundheitsminister Percy Minaya. Dennoch bleiben Tollwutfälle durch Fledermausbisse auch in den Regionen Perus rar, wo die indiginen Amazonas-Stämme wenige Zugang zur Grundgeesundheitsfürsorge haben und Notfälle häufig tagelang unbemerkt bleiben.

Tollwut wird weltweit durch Wild- und Haustiere übertragen. Die Erkrankung hat u. U. eine sehr lange Inkubationszeit, sie endet für den Menschen aber in jedem Fall tödlich. Mit Impfungen lassen sich gefährdete Menschen jedoch relativ gut vor einer Infektion schützen.

Tollwuterkrankungen scheinen in Lateinamerika seit 2011 abzunehmen, so ein Studie im Emerging Infections Disease Journal (http://dx.doi.org/10.3201/eid1904.121482). Allerdings sind laut dieser Studie seit dem Jahr 2000 Vampirfledermäuse die Hauptursache für Tollwuterkrankungen von Menschen in Lateinamerika und der Karibik. Etwa 53% der Infektionen in den letzten drei Jahren seien auf Fledermausbisse zurückzuführen.

In der Regel vermeiden Fledermäuse den Kontakt mit Menschen. Durch die anhaltende Zerstörung der natürlichen Lebensräume im Amazonas, schwinden auch die natürlichen Beutetiere der Vampirfledermäuse (Großsäuger wie Tapire, Pekarie-Schweine, etc.). Gleichzeitig nimmt die Landwirtschaftliche Nutzung der ehemaligen Regenwaldgebiet stark zu und Rinderfarmen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Hier finden die Vampirfledermäuse einen reich gedeckten Tisch und ernähren sich zum großen Teil von Rinderblut. Dieser Nahrungsreichtum hat stellenweise zu starken Bestandszunahmen der Vampirfledermäuse geführt. Die Nähe der Rinderherden zu menschlichen Siedlungen lässt zudem die Infektionswahrscheinlichkeit der Bewohner stark ansteigen.

Leider scheint die ökologische, ökonomische und kulturelle Bedeutung dieser Entwicklung noch immer nicht bei Behörden, Institutionen und Ministerien angekommen zu sein, denn es fehlt weiterhin an wichtigen Studien, die helfen könnten die Probleme zu lösen. So müssen auch in Zukunft noch die Menschen in den ländlichen Regionen mit Furcht vor Tollwut leben. Und auch andere, heimische Fledermausarten, trifft die Unsicherheit und Unwissenheit über die Wege der Tollwutinfektion. Häufig werden bei Bekämpfungsversuchen ganze Fledermauskolonien vernichtet, die aber aus anderen Arten bestehen, die sich gar nicht von Blut ernähren. Viele Arten in den Tropen fressen Früchte und verbreiten Samen, trinken Nektar und bestäuben Blüten oder fressen Insekten. Eine zunehmende Angst vor Fledermäusen in der Bevölkerung, würde dem Schutz dieser sehr wichtigen Artengruppe zuwider laufen.

 

Dr. Frauke Krüger
für den LFA Fledermausschutz NRW

Info

Weltweit gibt es etwa 1.000 Fledermausarten, darunter lediglich drei Arten, die sich ausschließlich von Blut ernähren. Die so genannten Vampirfledermäuse kommen nur in Mittel- und Südamerka vor.

Durch wärmeempfindlichen Sensoren finden Vampirfledermäuse Venen unter der Haut. Ist die geeignete Stelle gefunden, wird diese freigelegt und durch ablecken mit der Zunge betäubt. Im Speichel befinden sich betäubende und gerinnungshemmende Mittel. Mit den scharfen Zähnen wird ein kleines Stück Haut herausgebissen und die Vampirfledermaus leckt 20 bis 30 Milliliter Blut auf.

Der geringe Blutverlust stellt dabei für das Opfer kein Problem dar, allerdings können durch die offene Wunde Infektionen entstehen oder Krankheiten wie Tollwut übertragen werden.

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