6. Tagung der BAG Fledermausschutz im NABU

EINLADUNG
zur 6. Tagung der BAG Fledermausschutz im NABU
vom 2. bis 4. Mai 2003
in Braunschweig (Niedersachsen)

Rahmenthema: FFH-Gebiete – Perspektiven des gesetzlichen Fledermausschutzes

Die 6. Tagung der BAG Fledermausschutz im NABU wird vom 2. bis 4. Mai 2003 im „Institut für Weiterbildung des Städtischen Klinikums Braunschweig“, Naumburger Straße 15, in 38126 Braunschweig stattfinden.

Organisation:
Eva-Annett Langhans, NABU Braunschweig
Karl Kugelschafter, BAG, Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität e.V. in Gießen
Wolfgang Rackow, BAG, LFG Fledermausschutz Niedersachsen
Alexander Vollmer, BAG, AKF Fledermäuse Sachsen Anhalt
Wir bitten um Anmeldung Ihrer Vorträge und Poster mit kurzer inhaltlicher Darstellung des Beitrages. Vorgesehen ist eine Vortragslänge von 15 min zzgl. Diskussion.

Hier die Adresse von der Veranstalterin:

Eva-Annette Langhans
Rudolfstr. 14-15
38114 Braunsschweig
Fon 0531-2506886
Fax. 0531-2507534

Tagungs-email-Adresse: fledermaustagung2003@tiscali.de

Download: Einladung BAG-Tagung 2003 (PDF)
Download: Programm zur BAG-Tagung 2003 (PDF)

Wiederfund von beringten Fransenfledermäusen im Kreis Kleve

Am 26.1.03 informierte mich Dr. H. Vierhaus über einen sensationellen Fund von 5 beringten Fransenfledermäusen im Bierkeller „Ehrenmal“ in Moers-Kapellen. Drei Ringe waren ablesbar und stammen aus meinen Beringungen im August und September 2002 aus dem Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen (NO von Geldern), Teilbereich Finkenhorst.

Die Fransenfledermäuse waren also Luftlinie knapp 21 km SO gewandert, um dort zu überwintern. Es handelte sich um ein 1,0 Juv., das am 10.8.02 mit 7,4g, UA 40,2mm mit H 132016 beringt wurde, weiter um das einzige ad.Männchen vom 2.9.02 mit 7,4 g ,UA 40,5 mit H 132107und einem 0,1 ad., das 2002 besäugt war, mit 7,7g und UA 40,4 mm am 13. 8.02 mit H 132051 beringt. Das ist eine erfreulich frühe Rückmeldung. Wo die übrigen 110 in Geldern und Issum beringten Fransenfledermäuse überwintern, steht noch in den Sternen.

Ernst Holthausen fand im Januar 2003 in Wachtendonk-Wankum in einem Bunker der ehemaligen Raketenstation drei Fransenfledermäuse. Wahrscheinlich überwintern dort noch mehr, weil die meisten Quartiere nicht einsehbar sind.

Am 13.1.03 fand ich in einem Überwinterungsnistkasten von Strobel, der im 2. Jahr in Geldern-Finkenhorst hing, über 40 Abendsegler überwinternd.

Viele Grüße von Hermann-Josef Windeln, Tel. 02831-6793

Neues Überwinterungsquartier der Fransenfledermaus im Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen entdeckt

In einem alten unterirdischen bunkerähnlichem Gewölbe (klein, etwa 4 qm) fanden wir am 06.01.03 zwei Fledermäuse. Sie hingen hinter der Holz-Wandverkleidung und waren zunächst nicht zu bestimmen, da sie nicht geweckt werden sollten.

Bei einer genauen Kontrolle des Raumes (etwa 50 cm Wasserstand, Regenwasser eingelaufen, viel Müll drin, u.a. auch Bretter) fanden wir eine tote Fledermaus (ertrunken) auf einem Brett. Diese konnten wir eindeutig als Fransenfledermaus (Myotis nattereri) bestimmen.

Wir vermuten daher, dass es sich bei den anderen Tieren auch um Fransenfledermäuse handelt. Der Fundort liegt im Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen, NRW, Kreis Kleve, MTB Nettetal 4603, Q2 und damit im Betreuungsgebiet der Biologischen Station Krickenbecker Seen.

Viele Grüße, Ernst Holthausen

Einbruch der Population bei der Wasserfledermaus

Beobachtungen von Ernst Holthausen

Vielleicht haben ja auch andere Fledermauskenner ähnliche Beobachtungen gemacht:

In diesem Jahr (2002) habe ich einen Einbruch um etwa 50% der im Kreis Viersen in den Sommermonaten anwesenden Wasserfledermäuse (Myotis daubentonii) festgestellt.

Bisher hatte ich im Kreis Viersen immer einen Bestand von etwa 1800 – 2000 Wasserfledermäusen. Davon waren Wochenstuben-Quartiere mit etwa 1100 – 1200 Tieren besetzt.

In diesem Jahr waren es insgesamt nur 1100 Wasserfledermäuse und die Wochenstuben-Quartiere waren mit 620 Tieren besetzt. Das entspricht ungefähr einer Halbierung des vorher festgestellten Bestandes.

Es wird schwer sein herauszufinden, woran es liegt. Das Wetter war wie in den anderen Jahren auch. Nahrung war (denke ich) genug vorhanden. Die in den Vorjahren bevorzugten Baumhöhlen von Buntspechten waren frei.

In den letzten Jahren waren die Baumhöhlen zu 80 – 90% von Staren und Kleibern besetzt. In diesem Jahr waren es nur etwa 10%, d.h. dass in diesem Jahr auch fast keine Stare hier waren.

Insgesamt sind immer etwa 250 – 300 Höhlen im Frühjahr durch die Vögel besetzt. Dieses Jahr waren fast alle Höhlen (bis auf 10%) frei.

Zu der Zeit Mitte bis Ende Mai, wenn die Wasserfledermäuse die Baumhöhlen besetzen, waren an vielen Hauptstandorten die Baumhöhlen leer und sind leer geblieben, den ganzen Sommer über.

Andererseits habe ich etwa 50% mehr Abendsegler (Nyctalus noctula) festgestellt, etwa 250 Tiere, alles männliche Tiere. Die Ursache dafür ist mir auch nicht klar.

Ich kann jetzt nur abwarten bis zum nächsten Jahr in der Hoffnung. dass die Wasserfledermäuse wieder alle hier erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen

Ernst Holthausen
Wallstr. 1a
41334 Nettetal
Tel.: 02157 / 130508
Mobil: 0173 / 2987549

Inhalt von der Redaktion leicht geändert!

FFH-Verträglichkeitsstudie, aber wie?

Hilfestellung zum Anfertigen der FFH-Verträglichkeitsstudie

Europäische Kommission GD Umwelt
Prüfung der Verträglichkeit von Plänen und Projekten mit erheblichen Auswirkungen auf Natura-2000-Gebiete

Methodik-Leitlinien zur Erfüllung der Vorgaben des Artikels 6 Absätze 3 und 4 der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden:
nature_2000_assess_de.pdf [426 KB]

Neue Fledermausart: Das Alpenlangohr (Plecotus alinus)

In dieser Arbeit wird eine neue Fledermausart der Gattung Plecotus aus den Alpen und anderen gebirgigen Regionen Europas beschrieben.

Plecotus alpinus (das Alpenlangohr) kann von anderen Plecotus-Arten eindeutig mit Hilfe der Sequenzfolge von Teilen des 16 S und des D.loops der mitochondrial DNS unterschieden werden.

Plecotus alpinus ist genetisch näher verwandt mit Plecotus auritus, obwohl es in einigen morphologischen Charakteren eine nähere Verbindung mit Plecotus austriacus zeigt. Plecotus alpinus teilt in einzelnen Merkmalen morphologische Ähnlichkeiten mit P. auritus und P. austriacus, so daß diese Art in früheren Studien als Hybrid zwischen P. auritus und P. austriacus erschien.

Jedoch unterscheidet eine Kombination der charakteristischen Merkmale P. alpinus eindeutig von den anderen drei europäischen Langohrarten P. austriacus, P. auritus und P. kolombatovici.

Einige morphlogische Charaktere seine hier dargestellt:
So hat sie mittelgroße Art P. alpinus ein auffallend langes und dichtes Fell, mit einer graubraunem Rückenseite und einem fast weiß wirkenden Bauch.

Der Unterarm ist im Mittel 40 mm lang, kann aber bis zu 42mm lang werden. Der Daumen ist lang (Ø=6,8mm) und entspricht in der Form dem von P. auritus.

Der Hinterfuß ist (Ø = 8,6mm) mittellang und steht zwischen den Werten von P. austriacus und P. auritus. Er besitzt, wie im Falle von P. auritus lang abstehende Haare. Der Tragus ist länger (Ø = 17mm) als bei allen anderen europäischen Langohrarten.

Die englischsprachige Beschreibung von Andreas Kiefer & Michael Veith kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden: A new species of long-eared bat from Europe [535 KB]

Protokoll zum Workshop 2: Öffentlichkeitsarbeit im Fledermausschutz

(anläßlich der 5. Fachtagung der BAG Fledermausschutz vom 18. bis 20.5.2001 in Prenzlau/Uckermark -Leitung: Wolfgang Rackow)

Frau Boye vom EUROBATS Secretariat Bonn stellte i.V. von Markus Dietz, Gießen, zu Beginn die Projekt- und Unterrichtsmappe „Fledermäusen auf der Spur“ und das „Baubuch Fledermäuse“ vor. Beide Ordner entstanden im Rahmen des E&E-Vorhabens zur Erstellung eines Quartierverbundes für gebäudebewohnende Fledermausarten durch Sicherung und Ergänzung des bestehenden Quartierangebots an und in Gebäuden, das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz vom Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V. durchgeführt wurde.

Selbst entwickelt und erprobt, mit umfassenden Informationen ausgestattet liefern beide Mappen vielfältige Anregungen für die Öffentlichkeitsarbeit im Fledermausschutz

Unter Öffentlichkeitsarbeit sind alle Maßnahmen zu verstehen, die zu einer kommunikativen Beziehung zwischen den im Fledermausschutz Tätigen und der Öffentlichkeit führen. Entsprechende Aktionen vertreten die Interessen des Fledermausschutzes, gleichzeitig können öffentliche und private Interessen mit einbezogen werden.

Eine Hauptaufgabe der Öffentlichkeitsarbeit ist die Imagepflege für die Fledermäuse, Akzeptanz-und Vertrauenswerbung für Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Tierarten.

Zunächst ging es um die Frage: Wie läßt sich Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, um Fledermausquartiere an Häusern zu erfassen? Relativ gute Ergebnisse bringen Presseumfragen. Ein Teilnehmer suchte die Hausbesitzer, die Quartiere gemeldet hatten, mit Infomaterial auf. Bei späteren Renovierungen oder Umbauten an den Häusern mit Fledermausquartieren zog man ihn hinzu und holte seinen Rat ein. In diesem Zusammenhang wurde auf die überaus erfolgreiche Aktion „Fledermausfreundlich“ in Thüringen hingewiesen.

Dort werden die Hausbesitzer, die ein Fledermausquartier an/in ihrem Haus erhalten oder neu schaffen mit einer Plakette ausge-zeichnet. Unbedingt nachahmenswert! Ein andererTeilnehmer nahm Kontakt zu Schülern und Lehrern auf. Die Schüler führten Befragungen zu Fledermausquartieren bei den Hausbesitzern in ihrem Stadtteil durch und gaben die Meldungen über Vorkommen an die Fachleute weiter. Die Fledermausleute vor Ort überprüften die Hin-weise und bestätigten die meisten der gemeldeten Quartiere.

Auch Fledermaus-Exkursionen helfen bei der Suche nach Quartieren. Befragungen können hierzu gestartet und es kann eine Art Schneeballeffekt in Gang gesetzt werden. Zum Umgang mit Hausbesitzern gehört eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl!

Als nächstes stellten sich die Teilnehmer die Frage, mit welchen Mitteln man Werbung und Imagepflege für Fledermäuse und den Fledermausschutz betreibt. Hier wurden an erster Stelle Fledermaus-Exkursionen genannt, bei denen die Fledermäuse für sich selber werben.

Das Glanzlicht einer jeden Exkursion ist ein lebendiges Tier (Dauerpflegling!), aber auch ein Präparat (Achtung: genehmigungspflichtig!). Allerdings, so berichtete ein Teilnehmer aus Niedersachsen, werden Exkursionen nicht überall angenommen. Möglicherweise liegt das an der eher ländlichen Gegend, aus der er kommt.

Neben Exkursionen kann man an Infoständen für die Fledermäuse und die Interessen des Fledermausschutzes werben. Projektstunden oder -tage an Schulen eignen sich ebenfalls. Für die Kontaktaufnahme zu Lehrern empfehlen sich die letzten Wochen vor den Ferien, berichtete eine Teilnehmerin; die Schuljahresarbeit ist dann erledigt, und die Lehrer sind offen für andere Themen, z.B. für Fledermäuse. Allgemein wird empfohlen, spielerisch an das Thema Fledermäuse und Fledermausschutz im Umgang mit Kindern heranzugehen.

Das Interesse an den Fledermäusen läßt erfahrungsgemäß bei Kindern ab dem 12. Lebensjahr nach. Aber es gibt Ausnahmen; so berichtete ein Teilnehmer, daß Kinder und Jugendliche unter seiner Anleitung mit großem Interesse planmäßigen Beringungsaktionen beiwohnten. Kurz tauchte die Frage auf, wie der Naturschutz heute seine Möglichkeiten nutzt, um Kinder und Jugendliche in die Naturschutzarbeit einzubinden.

Die Wichtigkeit der Kontaktaufnahme zu Behörden, Vereinen, Verbänden und bestimmten Berufsgruppen wurde von den Teilnehmern immer wieder besonders hervorgehoben. Mögliche Adressaten werden unten aufgeführt.

Die vielen Anregungen, Hinweise und Tipps aus dem Teilnehmerkreis für die Öffentlichkeitsarbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Kontaktaufnahme zu Fachbehörden wie ULB und OLB bzw. UNB und ONB, zu Baubehörden, Grün-flächenämtern, Forstbehörden, Umweltverbänden, Obst- und Gartenbauvereinen, Bauern- und Landfrauenverbänden, Haus- und Grundbesitzervereinen, Zeitungsredaktionen, Dachdeckern, Antennenbauern, Förstern und Waldbesitzern, Feuerwehrzentralen, Tierärzten, Fremdenverkehrsvereinen;
  • Kontakte zur Multiplikatoren, wie Lehrerinnen, Erzieherinnen;
  • Kontakte zu allen Massenmedien;
  • Umfragen zu Fledermausquartieren über die Medien (Presse, Funk, Fernsehen), per Fragebogen und anläß-lich von Fledermaus-Exkursionen;
  • Fledermaus-Exkursionen zur Sympathiewerbung bei der Bevölkerung für die bedrohten Tiere nutzen, auch als Angebot für Kindergeburtstage, Rallyes zum Thema (dabei können Kinder als Fledermäuse verkleidet sein!);
  • Infostände auf Öko- und Umweltmärkten, mit Postern, Bastelarbeiten zum Thema. Man kann Fledermaus-Guano verschenken mit Informationen, wo, wie und wann der Guano eingesetzt werden kann.
  • Mit Sympathieträgern wie T-Shirts, Stoff-Fledermäusen, Stickern, Aufklebern, Fledermausschmuck kann man erfolgreich werben.
  • Hinweis: Am 25./26.8.2001 findet die 5. Europäische Fledermausnacht statt. Dies ist ein guter Termin für alle Öffentlichkeitsaktionen der Fledermausschutzgruppen. Die Organisation der Batnight liegt bei der NABU-Umweltpyramide in Bremervörde.
  • Das Thema Fledermausschutz läßt sich in die lokale Agenda 21 einbringen.
  • Weiterbildungen, z.B. Workshops zur Fledermaus-Bestimmung mit dem Bat-Detektor;
  • Weiterbildungen für Pädagogen (Multiplikatioren – s.o.);
  • Weiterbildungen für Forstarbeiter über die Lebensraumansprüche der Fledermäuse in Wäldern und zum Schutz von Höhlenbäumen;
  • Aktionen mit Kindern, wie Bauen und Anbringen von Fledermauskästen;
  • Hinweise: Unter der Internet-Adresse www.eurobats.ord wird das Logo von EUROBATS bereitgestellt.
  • Tipp: Mit Ideen zu solchen Gruppen gehen, die von Hause aus ein Interesse am Fledermausschutz haben müßten, z.B. mit Fledermaus-Guano die Gartenbauvereine besuchen.

Viele der vorgeschlagenen Aktivitäten können parallel laufen, wichtig ist die Kontinuität der Öffentlichkeitsarbeit. Mit Exkursionen hat man eine bewährte Möglichkeit, in den Fledermausschutz vor Ort einzusteigen.

Die meisten Menschen, die einmal fliegende und jagende Fledermäuse beobachtet haben, werden zu Freunden der faszinierenden Nachtjäger. Das gilt besonders für Kinder! Über die Kinder werden die Eltern erreicht! Von einem Fall sehr gelungener Sympathiewerbung berichtete ein Teilnehmer:

Er hatte den zuständigen Förster und dessen kleinen Sohn zu einem Waldspaziergang eingeladen. Bei dieser Gelegenheit erklärte er ihnen, welche Fledermäuse in diesem Wald leben, wie die Arten heißen, welche Strukturen als Quartiere genutzt werden, zeigte Fledermauskästen und Bäume mit Höhlen, Rissen und Spalten. Der kleine Junge merkte sich alle Namen der Fledermäuse, auch die wissenschaftlichen. Seinen Vater drängt er seitdem, vor dem Fällen eines Höhlenbaumes mit den Fledermausschützern Kontakt aufzunehmen – mit Erfolg!

Protokollführung: Dipl.-Biol. Mechthild Höller, AK Fledermäuse in Leverkusen (NABU & BUND), Reuterstraße 55, D-51375 Leverkusen

Quelle: BAG Mitteilungsblatt

Quelle: BAG Mitteilungsblatt

Fledermaustollwut in Vreden – Der NABU bittet um Umsicht

In Vreden im Kreis Borken hat es am 05. 08. 2000 einen Fall einer Erkrankung einer Fledermaus mit Tollwut gegeben. Die Fledermaus biss einen Säugling.
Das Kind hat die Fledermaus offensichtlich auf dem Boden liegend gefunden und versucht, sie anzufassen.

Die Menschen in NRW sind nun natürlich verunsichert. Der NABU möchte Ihnen mit einigen Fakten zu den Tieren die Furcht vor den Fledermäusen nehmen.

Fledermäuse sind harmlose Insektenjäger, die eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen.

Sie vertilgen viele Schadinsekten. Sie sind die einzigen nachts fliegenden Insektenjäger und übernehmen die Aufgabe der Vögel in der Nacht.

Die Tollwut bei Fledermäusen ist äußerst selten. In NRW ist bislang erst einmal – 1996 in Aachen – eine infizierte Fledermaus gefunden worden.

Die Fledermaustollwut ist nicht mit der bei Füchsen auftretenden Wildtollwut identisch, es handelt sich hierbei vielmehr um eine fledermauseigene Tollwut.

Vermutlich ist aber auch die Fledermaustollwut auf den Menschen übertragbar, doch nur über Bissverletzungen.

Es besteht kein Grund zur Sorge. Es kommt nur sehr selten vor, daß Menschen mit Fledermäusen in Berührung kommen. Von fliegenden Fledermäusen und den Quartieren geht keinerlei Gefahr aus! Die Tiere gehen dem Menschen aus dem Weg.

Fledermäuse greifen niemals Menschen an! Alle Bissverletzungen beim Menschen entstanden dadurch, daß Personen hilflose Fledermäuse am Boden gefunden haben und versucht haben, die Tiere in die Hand zu nehmen.

Fledermäuse sind Wildtiere, die sich bei Angriffen verteidigen. Ein Versuch, eine Fledermaus in die Hand zu nehmen, stellt für die Tiere einen solchen Angriff dar.

Die Fledermäuse versuchen durch Beissen sich des Angreifers zu erwehren. Da die Tiere ein spitzes Insektenfressergebiß besitzen, können schmerzhafte Verletzungen entstehen.

Das Abwehrbeissen gehört zum normalen Verhalten der Tiere und weist nicht auf eine Tollwuterkrankung hin!

Die Fledermaustollwut kann zwar prinzipiell alle Fledermausarten befallen, doch scheint sich die Erkrankung fast nur auf eine Art, die Breitflügelfledermaus, zu beschränken.

Und hier sind nur sehr wenige Tiere infiziert. In NRW bislang nur zwei Individuen! Es handelt sich also nur um Einzelfälle!

Der beste Schutz ist darauf zu verzichten, aufgefundene Fledermäuse anzufassen. Sie können dann auch nicht zubeissen. Zwei weitere Fledermäuse (eine Zwergfledermaus und ein Braunes Langohr, die ebenfalls in Vreden tot aufgefunden worden sind, erwiesen sich nach der Untersuchung als nicht tollwut-infiziert

Der NABU weist darauf hin, daß Fledermäuse als besonders nützliche Tiere unter Schutz stehen. Wir möchten Sie bitten darauf zu verzichten, die Fledermäuse zu sammeln, um sie auf Tollwut untersuchen zu lassen.

Bitte zerstören Sie die Quartiere der Fledermäuse nicht. Es geht keine Gefahr von diesen wichtigen Rückzugsorten aus.

Bitte erhalten Sie den Fledermäusen weiterhin die Chance zum Überleben.

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