Fledermausarten

Weltweit gibt es etwa 900 Fledermausarten, davon 53 in Europa und in Deutschland 24. Bislang sind in NRW 21 Fledermausarten nachgewiesen worden, von denen allerdings zwei Arten ausgestorben sind. Hier möchten wir Ihnen die Fledermausarten aus NRW und darüber hinaus näher vorstellen.

Fledermäuse der Siedlungsbereiche

In Ortschaften und Städten fallen drei Fledermausarten besonders auf, die Zwergfledermaus, die Breitflügelfledermaus und die Wasserfledermaus. Diese drei Arten sind relativ gut zu beobachten und die Bestimmung fällt auch dem Laien nicht schwer. Die Tiere beziehen ihre Wochenstuben in und an Gebäuden oder aber in Baumhöhlen und nutzen Gärten, Parks und Gewässer zur Jagd.

Federmäuse im Wald

Die meisten in NRW beheimateten Fledermausarten sind ausgesprochene Waldbewohner. Zu diesen typischen Waldbewohnern zählen der Große Abendsegler, das Braune Langohr, die Fransenfledermaus und die Rauhhautfledermaus. Sie leben und jagen überwiegend in Waldgebieten. Hierzu haben sie verschiedenste Jagdstrategien entwickelt, um die gegenseitige Nahrungskonkurrenz zu vermindern.

Als Tagesquartier benötigen sie Baumhöhlen. Diese können alte, nach oben ausgefaulte Spechthöhlen oder faule Astlöcher sein. Einige Arten bevorzugen auch spaltförmige Verstecke hinter abgeplatzter Borke.

Auch ihre Ortungslaute sind vergleichsweise leise, denn in der Vegetation würden zu laute Schreie zu viele Störechos produzieren. Daher sind bei den Waldfledermäusen die Ohren in der Regel größer ausgebildet. Manche Arten jagen in großer Höhe, andere in Bodennähe und einige Fledermausarten sind sogar in der Lage, Beutetiere von Blättern oder vom Boden aufzunehmen. Da sie ihre Tagesverstecke erst mit zunehmender Dunkelheit verlassen, sind sie im Wald praktisch nicht zu beobachten.

Seltene Arten

Neben diesen Fledermausarten finden sich in NRW noch weitere Arten, die jedoch nur selten anzutreffen oder schwer nachzuweisen sind. Dies sind die Bechsteinfledermaus, die Große & Kleine Bartfledermaus, die Teichfledermaus und der Kleinabendsegler. Zudem finden sich an wenigen Stellen noch das Große Mausohr und die Mopsfledermaus.

Alpenfledermaus (Hypsuga savii) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Alpenfledermaus (Hypsuga savii)

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Alpenlangohr (Plecotus alpinus)

Das Alpenlangohr erreicht eine Körperlänge von 46 bis 55 mm und gehört somit zu den mittelgroßen Fledermausarten. Es wiegt zwischen sechs und elf Gramm und besitzt eine Spannweite von 210 bis 240 mm. Langohren erscheinen im Flug so groß wie ein Sperling. Alpenlangohren sind oberseits grau und unterseits auffallend reinweiß gefärbt. Das markanteste Merkmal dieser […]
Bechsteinfledermaus im Flug, Myotis bechsteinii, Bechstein's bat in flight, vespertilion de Bechstein

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Die Bechsteinfledermaus ist eine typische Waldfledermaus, die ihre Wochenstuben ausschließlich in Baumhöhlen bezieht und auch überwiegend in geschlossenen Waldbeständen ihre Nahrung sucht. Sie ist hierbei äußerst geschickt und in der Lage, Insekten von Blättern und Zweigen abzulesen. Mit einer Körperlänge von 45 bis 55 mm und einem Gewicht von sieben bis zwölf Gramm ist sie […]
Braunes Langohr (Plecotus auritus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Braunes Langohr (Plecotus auritus)

Das Braune Langohr erreicht eine Körperlänge von 42 bis 53 mm und gehört somit zu den mittelgroßen Fledermausarten. Es wiegt zwischen fünf und elf Gramm und besitzt eine Spannweite von 240 bis 285 mm. Langohren erscheinen im Flug so groß wie ein Sperling. Die Tiere sind oberseits braun und unterseits reinweiß gefärbt. Das markanteste Merkmal […]
Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)

Nahezu so groß wie eine Amsel, mit einer Flügel-Spannweite bis zu 38,1 cm und einer Körperlänge bis max. 8,2 cm zählt die Breitflügelfledermaus zu den drei großen Fledermausarten in Deutschland. Das relativ lange Rückenfell mit einer variablen Braunfärbung, die gelbbraune Unterseite, das schwarze Gesicht und die kurzen dreieckigen, oben abgerundeten Ohren zeichnen die äußeren Merkmale […]
Fransenfledermaus (Myotis nattereri) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)

Die Fransenfledermaus gehört mit einer Körperlänge von 42 bis 50 mm, einem Gewicht von fünf bis zwölf Gramm und einer Spannweite von 245 bis 280 mm zu den mittelgroßen Arten. Ähnlich wie bei der Wasserfledermaus ist auch bei der Fransenfledermaus das Fell oberseits braun und unterseits weiß gefärbt. Sie besitzt allerdings größere Ohren, die nach […]
Graues Langohr (Plecotus austriacus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Graues Langohr (Plecotus austriacus)

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Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)

Der Große Abendsegler ist eine große Fledermausart. Er erreicht eine Körperlänge von 69 bis 82 mm, ein Gewicht von 19 bis 42 g und eine Spannweite von 360 bis 380 mm. Im Flug erscheint er so groß wie eine Amsel. Auch beim Abendsegler ist die Ober- und Unterseite einheitlich braun gefärbt, das Fell besitzt aber […]
Grosse Bartfledermaus (Myotis brandtii) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)

Ähnlich Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus). Diese beiden Arten sind sich sehr ähnlich und für den Laien praktisch nicht auseinanderzuhalten. Mit einer Körperlänge zwischen 35 und 50 mm und einem Gewicht zwischen vier und neun Gramm sind die Bartfledermäuse zu den kleinen Arten zu zählen. Sie erscheinen mit einer Spannweite von 190 bis 240 mm im […]
Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) fängt einen Falter im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)

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Großes Mausohr (Myotis myotis). Jagt gerne über offenen Böden nach Lauf- und Mistkäfern; in Südeuropa ganzjähring in Höhlen; bei uns im Sommer Wochenstubenquartier in warmen Dachböden; durch Pestizideinsatz (vor allem DDT) sehr starke Populationseinbrüche in den 1970er Jahren; heute Bestandsverbesserung. Foto: Dietmar Nill.

Großes Mausohr (Myotis myotis)

Einstmals eine häufige Fledermausart in NRW, heutzutage ist das Mausohr eine große Rarität. Dabei ist es die typische Fledermaus, die ihre Wochenstuben auf Dachböden bezieht und dort frei hängend gut zu beobachten ist. Noch in den 50er Jahren war die größte heimische Art bei uns weit verbreitet. Mit 65 bis 80 mm Körperlänge und einem […]
Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)

Der Kleinabendsegler ist durchaus als seltene Fledermausart zu bezeichnen, doch scheint er die Nähe des Menschen nicht zu scheuen. Dies beweist der Fund einer Wochenstube in einem Fledermauskastenrevier in der Innenstadt von Münster. Trotzdem ist der Kleinabendsegler eine Waldfledermausart, die bevorzugt ihre Quartiere in Baumhöhlen sucht. Vermutlich überwintern Kleinabendsegler, wie Große Abendsegler auch, in Baumhöhlen. […]
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) - Portrait. Foto: Dietmar Nill.

Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)

Ähnlich Große Bartfledermaus (Myotis brandtii). Diese beiden Arten sind sich sehr ähnlich und für den Laien praktisch nicht auseinanderzuhalten. Mit einer Körperlänge zwischen 35 und 50 mm und einem Gewicht zwischen vier und neun Gramm sind die Bartfledermäuse zu den kleinen Arten zu zählen. Sie erscheinen mit einer Spannweite von 190 bis 240 mm im […]
Kleines Mausohr im Flug, Myotis blythi, lesser mouse-eared bat in flight, petit murin

Kleines Mausohr (Myotis blythi)

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Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) jagt gerne in buschreichen Parklandschaften, lichten Wäldern; in Südeuropa häufig in Karstgebieten; erbeutet kleine Fliegen und Mücken, Kleinschmetterlinge und Käfer. Foto: Dietmar Nill.

Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

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Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus). Fell, Schnauze Flügel und Ohren gänzlich schwarz, große, über der Nase zusammen gewachsene Ohren. Das Verbreitungsgebiet der Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) erstreckt sich über ganz Zentraleuropa, ist aber in weiten Teilen Deutschlands fast ausgerottet. Lebt im Sommer in Spaltenquartieren. Bevorzugt nachtaktive Kleinschmetterlinge als Beute. Jagt an Waldrändern und relativ dicht über den Baumwipfeln. Ziemlich Kälte unempfindliche Art. Foto: Dietmar Nill.

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Die Mopsfledermaus war im letzten Jahrhundert im Münsterland noch weit verbreitet. Heute jedoch ist der Bestand vollkommen zusammengebrochen. Bis auf einige wenige Funde im Münsterland ist die Mopsfledermaus in NRW praktisch ausgestorben. Äußerlich ist sie sofort an ihrem gänzlich schwarzen Fell und Flughäuten sowie den breiten Ohren zu erkennen. Sie besitzt eine Körperlänge von 45 […]
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)

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Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) - Flugaufnahme. Foto: Dietmar Nill.

Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii)

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Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe)

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Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Rauhhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Die Rauhhautfledermaus ist die Geschwisterart der Zwergfledermaus und mit dieser leicht zu verwechseln. Auch die Rauhhautfledermaus ist mit einer Körperlänge von 40 bis 50 mm zu den kleinen Fledermausarten zu rechnen. Sie erreicht ein Gewicht von vier bis neun Gramm und eine Flügelspannweite von 230 bis 250 mm. Im Flug erscheint sie etwas größer als […]
Die Teichfledermaus (Myotis dasycneme) ist größer als die Wasserfledermaus mit kräftigen Füßen und einem kurzen Ohrdeckel (Tragus). Ihr Lebensraum erstreckt sich über die Niederlande, Norddeutschland, Osteuropa und Russland. Sie jagt in weniger als 1 Meter Flughöhe über großen offenen Gewässern und erbeutet hauptsächlich Zuckmücken. Männliche Teichfledermäuse schließen sich im Sommer manchmal zu Männchenkolonien zusammen. Foto: Dietmar Nill.

Teichfledermaus (Myotis dasycneme)

Diese Art ähnelt in ihrer Ökologie der Wasserfledermaus, doch ist sie deutlich größer. Mit einer Körperlänge von 57 bis 67 mm und einem Gewicht von 14 bis 20 g ist die Teichfledermaus zu den großen Arten zu rechnen. Im Flug erscheint sie mit einer Spannweite von 200 bis 300 mm ungefähr so groß wie ein […]
Wasserfledermaus im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

Die Wasserfledermaus ist eine mittelgroße Art, die 45 bis 55 mm groß wird, ein Gewicht von sieben bis 15 g und eine Spannweite von 240 bis 275 mm erreicht. Im Flug erscheint sie so groß wie ein Sperling. Sie ist oberseits braun und auf dem Bauch weiß gefärbt. Die Ohren sind klein und ragen kaum […]
Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Mit einer Körperlänge von 44 – 50 mm und einem Gewicht von 7 – 15 g ist die Wimperfledermaus eine mittelgroße Art. Sie erreicht eine Spannweite von 22 – 24 cm und erscheint im Flug etwa so groß wie ein Sperling. Das Rückenfell ist rötlich braun und der Bauch weiß gefärbt. Typisch ist eine Einkerbung […]
Die Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) lebt in Höhlenlagen mit bewaldeten Hängen, größeren Lichtungen, sumpfigen Niederungen und Felsen, aber auch in grossen Städten wie Berlin; bevorzugtes Jagdhabitat ist der freie Luftraum; spektakuläre Balzfluege. Foto: Dietmar Nill.

Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)

Die Zweifarbfledermaus ist mit einer Körperlänge von 55 – 63 mm und einem Gewicht von 12 – 20 g eine mittelgroße Fledermausart. Im Flug erscheint sie mit einer Spannweite von 26 – 30 cm etwa so groß wie eine Schwalbe. Von Nähe gesehen ist sie unverkennbar, denn sie gehört zu unseren besonders schön gefärbten Fledermausarten. […]
Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) im Flug. Foto: Dietmar Nill.

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

Die Zwergfledermaus ist wohl die weitaus häufigste Fledermausart in NRW. Sie ist hier regelmäßig verbreitet. Dies darf aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß auch die Zwergfledermaus in ihrem Fortbestand von Naturschutzmaßnahmen abhängig ist. Mit einer Körperlänge von 33 bis 51 mm ist sie die kleinste heimische Fledermausart. Sie erreicht ein Gewicht von drei bis […]